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 MPIfG Discussion Paper 19/5

Benjamin Braun and Richard Deeg


Strong Firms, Weak Banks: The Financial Consequences
of Germany's Export-Led Growth Model


 

 

Abstract


 
The financial foundation of Germany's manufacturing success, according to the comparative capitalism literature, is an ample supply of long-term capital, provided to firms by a three-pillar banking system and "patient" domestic shareholders. This premise also informs the recent literature on growth models, which documents a shift towards a purely export-led growth model in Germany since the 1990s. We challenge this common assumption of continuity in the German financial system. Export-led growth, characterized by aggregate wage suppression and high corporate profits, has allowed non-financial corporations to increasingly finance investment out of retained earnings, thus lowering their dependence on external finance. This paper documents this trend and shows that business lending by banks has increasingly been constrained on the demand side, reducing the power – and relevance – of banks vis-à-vis German industry. The case study suggests a need for students of growth models to pay greater attention to the dynamic interaction between institutional sectors in general, and between the financial and the non-financial sectors in particular.
 
Keywords: bank power, business lending, corporate finance, institutional change, non-financial corporations
 

 

Zusammenfassung


 
Die vergleichende Kapitalismusforschung sieht die finanzielle Grundlage des Erfolgs der deutschen Exportwirtschaft in dem reichhaltigen langfristigen Kapital, das Unternehmen über ein dreisäuliges Bankensystem sowie durch "geduldige" inländische Anteilseigner zur Verfügung steht. Auch die neuere Literatur, die für Deutschland seit den 1990er-Jahren eine Verlagerung auf ein ausschließlich exportorientiertes Wachstumsmodell diagnostiziert, geht von der Gültigkeit dieser Sichtweise aus. Mit diesem Papier stellen wir die gängige Auffassung von der Kontinuität im Verhältnis zwischen Finanzsystem und produzierendem Gewerbe infrage. Exportorientiertes Wachstum, gekennzeichnet durch Unterdrückung des Lohnwachstums und hohe Unternehmensgewinne, hat es nichtfinanziellen Unternehmen ermöglicht, Investitionen zunehmend aus einbehaltenen Gewinnen zu finanzieren und so ihre Abhängigkeit von externer Finanzierung zu reduzieren. Das Papier dokumentiert diesen Trend und zeigt, dass Banken aufgrund schwindender Nachfrage immer weniger Firmenkredite vergeben und dadurch an Bedeutung und Macht gegenüber der deutschen Industrie verlieren. Im Hinblick auf künftige Forschung zu Wachstumsmodellen zeigt unsere Fallstudie, dass die dynamische Interaktion zwischen institutionellen Sektoren im Allgemeinen sowie zwischen dem Finanz- und dem Unternehmenssektor im Besonderen größere Aufmerksamkeit verdient.
 
Schlagwörter: Banken, exportorientiertes Wachstumsmodell, institutioneller Wandel, Kreditgeschäft, Unternehmensfinanzierung
 

 

Contents


 
1  Introduction
 
2  Corporate finance and growth models: Demand for financing as a missing variable
 
3  External finance in an export-led growth model: Weak domestic demand
 
4  Bank lending to non-financial corporations: Shrinking slice of a shrinking pie
 
5  In search of loan demand: Foreign and financial borrowers and the declining interest margin
 
6  Conclusion and outlook
 
References
 

 

 
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