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 MPIfG Discussion Paper 17/12

Renate Mayntz


Zählen – Messen – Entscheiden: Wissen im politischen Prozess


 

 

Abstract


 
Driven by the historically growing claims on political control, by economization and by digitalization, social reality has increasingly become the object of "commensuration" or measurement. Branded as “quantification,” this development has recently become a topic in the social sciences. In this article, different forms of “counting” and “measuring” and their methodological problems are distinguished; however, the precarious validity of measurement results is mostly neglected in political practice. Attempts to measure financial stability, and particularly the resistance of banks under stress, in the course of financial market reform are used for the purpose of illustration.
 

 

Zusammenfassung


 
Der historisch gewachsene politische Gestaltungsanspruch, die auf Rechenhaftigkeit stehende Ökonomisierung und Finanzialisierung und die Digitalisierung haben zusammen zur zunehmenden "Vermessung" der sozialen Welt geführt. Unter dem Stichwort Quantifizierung wird diese Entwicklung seit einiger Zeit auch von den Sozialwissenschaften zur Kenntnis genommen. Verschiedene Zähl- und Messoperationen haben je besondere praktische und methodologische Probleme; die prekäre Gültigkeit von Messergebnissen wird jedoch bei ihrer politischen Verwendung meist ausgeblendet. Versuche quantifizierender Modellbildung im Zuge der auf die Finanzkrise folgenden Reformbemühungen dienen der Illustration.
 

 

Inhalt


 
1  Wissen und Entscheiden: Das Ausgangsproblem
 
2  Zählen und Messen: Die methodologische Problematik
 
3  Zählen und Messen: Die Operationen
 
4  Zählen und Messen im politischen Prozess: Die Reform der Finanzmarktregulierung
 
5  Das Quantifizierungsdilemma
 
Literatur
 

 

 
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