Blurring the Lines: Strategic Deception and Self-Deception in Markets
Abstract
Building on the results of a participant observation in a Chinese IT-sector company
located in the northern part of China, this paper aims to clarify the nature of deception
in markets. Contrary to the position of information economics and game theoretical
approaches to trust, the paper argues that deception is not reducible to a question of
opportunism or sending signals in order to create trustworthiness. Deception, in fact,
may coexist and even be strictly entangled with self-deception, which builds on the
conception of an agent whose rationality can fail or whose cognition can be biased.
This paper argues that rationality failures and cognitive biases are not driven by psychological
mechanisms alone. They have to be related to the social structure in which economic
actors operate. In particular, the paper focuses on anticipatory socialization as
one source of self-deception and the deception of others. Both types of deception are
associated with a gap between aspirations and the available resources necessary for attaining
them.
Zusammenfassung
Ausgehend von einer teilnehmenden Beobachtung in einem chinesischen IT-Unternehmen
in Nordchina zielt dieser Artikel darauf ab, das Wesen der Täuschung in Märkten
zu ergründen. Im Gegensatz zu der Position der Informationsökonomie und dem spieltheoretischen
Ansatz in der Vertrauensforschung wird in diesem Artikel davon ausgegangen,
dass Täuschung nicht auf Fragen des Opportunismus und der Signalsendung,
die dem Aufbau von Vertrauen dient, reduziert werden kann. Täuschung kann zusammen
mit Selbsttäuschung auftreten und sogar stark mit ihr verbunden sein. Selbsttäuschung
baut auf dem Konzept eines Akteurs auf, dessen Rationalität versagen oder
dessen Wahrnehmung verzerrt sein kann. In diesem Papier wird argumentiert, dass
Rationalitätsversagen und Wahrnehmungsverzerrung nicht nur von psychologischen
Mechanismen hervorgerufen werden, sondern mit der Sozialstruktur verbunden sind,
in der der wirtschaftliche Akteur operiert. Im Besonderen konzentriert sich der Artikel
auf antizipatorische Sozialisation als eine Quelle für Selbsttäuschung und Täuschung
von anderen. Beide Typen der Täuschung entstehen aus der Kluft zwischen Wunschvorstellungen
und den verfügbaren Ressourcen, die für ihre Realisierung notwendig sind.