Koordination und Verteilung: Zwei Ansätze der Wirtschaftssoziologie
Abstract
Uncertainty has become a central theoretical vantage point in economic
sociology. This paper explores the question of whether uncertainty can
actually be the paradigmatic vantage point for a sociological perspective on
the economy. I argue that issues relating to the social coordination of
economic activity, which are the main focus of such an approach, only
address a subset of the sociologically relevant questions regarding the
economy. Too little attention is being paid to the political and social
conflicts surrounding the distribution of economic wealth. To give these
issues greater priority in research in economic sociology, we need to alter
our perception of the organization of the economy, viewing it as a process
of struggle between actors vying to shape economic structures in ways that
promote their material and ideal interests. While this proposal is not
incompatible with developing an approach to economic sociology based on the
problem of uncertainty, it does require that such an approach be put on a
wider footing.
Zusammenfassung
Die Problematik der Ungewissheit hat sich zu einem zentralen theoretischen
Ausgangspunkt wirtschaftssoziologischer Forschung entwickelt. Das Papier
diskutiert die Frage, inwieweit Ungewissheit tatsächlich als paradigmatischer
Ansatzpunkt zur Untersuchung wirtschaftlicher Phänomene aus soziologischer
Perspektive dienen kann. Ich argumentiere, dass die durch den Ausgang beim
Problem der Ungewissheit in den Vordergrund rückende Problematik der sozialen
Koordinierung wirtschaftlichen Handelns nur einen Teil der soziologisch
relevanten Fragestellungen bei der Untersuchung ökonomischer Phänomene in den
Blick geraten lässt. Zu wenig beachtet werden Fragen der Verteilung des in der
Wirtschaft erzeugten Reichtums und der im Wirtschaftssystem und der Gesellschaft
darum geführten politischen und sozialen Kämpfe. Diese Fragen stärker in die
wirtschaftssoziologische Forschung einzubeziehen, verlangt, die Ordnungsprozesse
in der Wirtschaft stärker als Auseinandersetzungen zwischen Akteuren zu
verstehen, in denen sie versuchen, soziale Strukturen entsprechend ihrer
materiellen und ideellen Interessen zu gestalten. Diesen Aspekt vermehrt in die
wirtschaftssoziologische Forschung einzubeziehen, ist nicht inkompatibel mit der
Formulierung des Ansatzes der Wirtschaftssoziologie von der Problematik der
Ungewissheit her, verlangt jedoch dessen Ausweitung.
Inhalt
1
Ungewissheit und wirtschaftliche Ordnung
2
Ungewissheit in der wirtschaftssoziologischen Forschung