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 MPIfG Discussion Paper 01/8

Renate Mayntz


Die Bestimmung von Forschungsthemen in Max-Planck-Instituten im Spannungsfeld wissenschaftlicher und außerwissenschaftlicher Interessen: Ein Forschungsbericht


 

Abstract


 
Today the usefulness of science for society and economy is the focal issue in science policy. This report presents the results of an empirical study starting from a different perspective, i.e. how the societal embeddedness of research institutions affects the choice of research topics and thus, in the aggregate, the direction of scientific development. In this study, Max Planck institutes were the object of investigation. In a first phase, statistical data about the external relations of Max Planck institutes were analyzed. In 1999 and 2000, this was followed by a series of interviews which the author conducted with the directors of selected institutes, supplemented by the analysis of written documents. The report shows in an exemplary fashion how the process of choosing research topics in Max Planck institutes is affected by their institutional shape, their interaction with different fields of societal praxis, and their relations to the national and international scientific communities. The resulting patterns of external relations and the relative importance of links with the scientific community and of links with fields of (e.g. industrial, medical) praxis differ according to the potential applicability of given research fields.
 

Zusammenfassung


 
Heute steht im Zentrum der öffentlichen Diskussion die Frage, wie sich der praktische Nutzen der Wissenschaft für Wirtschaft und Gesellschaft maximieren lässt. Die empirische Untersuchung, deren Ergebnisse in diesem Bericht dargestellt werden, geht von der umgekehrten Frage aus: Wie beeinflusst die gesellschaftliche Einbettung von Forschungseinrichtungen, vermittelt über die Auswahl von Forschungsthemen, die Entwicklung der Wissenschaft? Gegenstand der Untersuchung waren Institute der Max-Planck-Gesellschaft. Zunächst wurden statistische Daten über die Außenbeziehungen von Max-Planck-Instituten, die die Generalverwaltung der MPG zur Verfügung stellte, analysiert. In den Jahren 1999 und 2000 führte die Verfasserin Interviews mit den Direktoren ausgewählter Institute aller drei Sektionen der MPG durch und wertete verfügbare schriftliche Unterlagen über ihre Forschungstätigkeit aus. Der Bericht schildert exemplarisch den Prozess der Bestimmung von Forschungsthemen in Max-Planck-Instituten und wie dieser vom institutionellen Rahmen, von den Beziehungen zur wissenschaftlichen Fachwelt und von den Beziehungen zu verschiedenen Praxisfeldern beeinflusst wird. In Abhängigkeit von der Eigenart der Forschungsfelder, in denen ein Institut tätig ist, und dessen potentieller Praxisrelevanz ergeben sich verschiedene Muster von Außenbeziehungen, in denen je nachdem die Beziehungen zur Praxis oder die Beziehungen zur wissenschaftlichen Fachwelt größere Bedeutung für die Themenwahl haben.
 

Contents


 
1 Fragestellung und Anlage der Untersuchung
2 Der Einfluss des institutionellen Rahmens auf die Themenwahl
3 Zur Interdependenz von Forschungsfragen und Forschungstechnik
4 Fachbeiräte und Kuratorien
5 Beziehungen zur wissenschaftlichen Fachwelt und ihre Bedeutung für die Themenfindung
6 Die Rolle von Drittmitteln für die Außenbeziehungen von Instituten
7 Beziehungen zur Praxis
7.1 Formen von Praxisbeziehungen
7.2 Weichenstellungen für praxisrelevante Forschung
7.3 Durch externe Nachfrage induzierte Praxisbeziehungen
7.4 Intern generierte praxisrelevante Forschungslinien
7.5 Außerwissenschaftliche Einflüsse auf die Themenwahl in der MPG: Fazit
Literatur
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