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Ariane Leendertz
Die pragmatische Wende
Die Max-Planck-Gesellschaft und die Sozialwissenschaften 1975–1985
 

Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2010
176 Seiten | ISBN 978-3-525-36788-9 | € 19,90
 

 
Zusammenfassung [PDF]
 

 

 

Abstract | Inhalt | Autorin


 

 

Abstract


 
1984 gründete die Max-Planck-Gesellschaft ein neues sozialwissenschaftliches Institut, das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln, geleitet von Renate Mayntz. Die Neugründung war die Antwort auf ein gescheitertes Experiment, auf das sich die MPG vierzehn Jahre zuvor eingelassen hatte.
 
1970 hatte das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg seine Arbeit aufgenommen. Seine Direktoren waren Carl Friedrich von Weizsäcker und Jürgen Habermas. Das Institut befasste sich bevorzugt mit politisch brisanten Themen, es galt als links, es politisierte und es polarisierte.
 
Als die Forschungen von Weizsäckers 1980 nicht weitergeführt werden sollten, ging ein Aufschrei durch den links-alternativen Teil der Republik. Die Berufung des renommierten Leiters der London School of Economics Ralf Dahrendorf gelang nicht, und der Rücktritt von Jürgen Habermas besiegelte 1981 das endgültige Ende des Starnberger Unternehmens.
 
Der Ruf der MPG und ihres Präsidenten Reimar Lüst hatte gelitten, die Traditionsgesellschaft stand unter Zugzwang. Das Ende des Starnberger Instituts durfte nicht das Ende der Sozialwissenschaften in der MPG bedeuten. Das neue Institut musste erfolgreich sein und alle Fehler von Starnberg vermeiden.
 
Ariane Leendertz zeichnet die Diskussionen und Entscheidungen nach, die zur Starnberger Schließung sowie zur Kölner Neugründung führten. Die Debatten innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft stellt sie in den breiteren Kontext des gesellschaftlich-politischen Klimas sowie der Entwicklungen in Sozialwissenschaften und Soziologie der 1970er- und frühen 1980er-Jahre.
 
In jenen Jahren "nach dem Boom" veränderte sich die bundesdeutsche Gesellschaft derart schnell und tiefgreifend, dass dies in den Sozialwissenschaften zu einer Reihe von Krisendiskursen und Neuorientierungen führte. Diese schlugen sich maßgeblich im Gründungsprogramm des MPI für Gesellschaftsforschung nieder.
 

 

 

Inhalt


 
Einleitung
 
I. Das lange Ende von Starnberg
Der Name als Programm
Die Zukunft des Instituts
Gastspiel Dahrendorf
Versuchter Neuanfang
Rücktritt Habermas

 

 
II. Sozialwissenschaften "nach dem Boom"
Die Krise der Soziologie
Signaturen einer Umbruchzeit
Selbstverständnisse vor dem Ende des Booms
Kritik und Zweifel im gesellschaftlichen Wandel
Die Relativierung sozialwissenschaftlichen Wissens

 

 
III. Der Weg nach Köln
Die Kommission
Ideen und Konzepte
Auswärtige Fachkompetenz
Renate Mayntz und die Komplexitätsfrage
Den Tiger reiten
 
Zusammenfassung
 
Anmerkungen
 
Dank
 
Quellen und Register
 
Personenregister
 

 

Autorin


 
Dr. Ariane Leendertz ist Historikerin an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
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