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Philip Manow
Im Schatten des Königs
Die politische Anatomie demokratischer Repräsentation

 

Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2008
169 Seiten | ISBN-13 978-351-812-524-3 | € 10,-
 
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Abstract | Inhalt | Rezensionen | Autor


 

 

Abstract


 
Warum interessieren wir uns für die Haarfarbe Gerhard Schröders oder die Schönheitsoperationen Silvio Berlusconis? Philip Manow antwortet: Weil ein Teil der symbolischen Bedeutung, die ihren Sitz einst im Körper des Königs hatte, in der Demokratie nachlebt, nicht nur im Herrscherkörper, sondern auch im zentralen politischen Körper der repräsentativen Demokratie: dem Parlament. Zum Ausgangspunkt für seinen Essay über die politische Anatomie der Demokratie wählt Manow die Gestaltung moderner Plenarsäle. Anhand von weiteren Überlegungen zur Immunität von Abgeordneten, zur Öffentlichkeit parlamentarischer Verhandlungen und zur Frage, warum in George W. Bushs Wagenkolonne stets mehrere baugleiche Cadillacs fahren, kommt er zu dem Ergebnis, dass in der modernen Demokratie das staatstheoretische Gedankengut des Mittelalters überlebt.
 

 

Inhalt


 
Kapitel 1: Hat die Republik einen Körper?
 
Kapitel 2: Das Parlament als politischer Körper - parlamentarische Sitzordnungen
  2.1 Kennt die Demokratie keine Bilder?
  2.2 Grundformen parlamentarischer Sitzanordnung und ihre historische Genese
  2.3 Der Schatten des Körpers des Königs
  2.4 Die Parlamentarisierung des Gottesgnadentums

 
Kapitel 3: Das Parlament als politischer Körper - parlamentarische Immunität, Publizität, Proportionalität und Diskontinuität
  3.1 1793 - republikanisches body snatching
  3.2 "Ein Grad von Heiligkeit" - parlamentarische Immunität
  3.3 Die parlamentarische Puppe kann sprechen! - parlamentarische Publizität
  3.4 "A recognisable likeness of the populace" - parlamentarische Proportionalität
  3.5 "Le parlement ne meurt jamais?" - parlamentarische Diskontinuität
  3.6 Der "verabschiedete Volkskörper"?

 
Kapitel 4: Demokratische Körper/Despotische Körper
  4.1 Stellvertreter/Doppelgänger
  4.2 in corpore/in effigie (1)
  4.3 in corpore /in effigie (2)
  4.4 in corpore /in effigie (3)
  4.5 heiße / kalte Repräsentation
  4.6 gewalttätig /wundertätig
  4.7 dignitas /humanitas
  4.8 Entzauberung/(Rück-)Verzauberung
 

 

Rezensionen


 
Rezension von Jürgen Kaube, Deutschlandradio Kultur, 14. Januar 2008
"Manows Buch ist eine hochanschauliche und kluge Lehrstunde in Parlamentsgeschichte. […] Philip Manows Studien sind insofern ein Beitrag zur Aufklärung über unser politisches System: Weil sie exemplarisch nachweisen, an welchen Stellen es durchaus unaufgeklärt und von Mythen bestimmt ist. Wir sind gar nicht so modern, wie wir tun." [vollständiger Beitrag]
 
Rezension von Alexandra Kemmerer, Süddeutsche Zeitung vom 25. Juli 2008
"[...] in seinem erhellenden, glänzend geschriebenen Essay über die politische Anatomie demokratischer Legitimation [...] widerlegt Manow die These von der Bild- und Körperlosigkeit moderner Herrschaft. Mag der König am Ende des Ancien Régime auch unter der Guillotine den Kopf verloren haben - in den Parlamenten lebt sein Körper bis heute weiter. In jeder Inszenierung findet eine konkrete politische Ordnung Ausdruck." [vollständiger Beitrag]
 
Rezension von Christine Pries, Frankfurter Rundschau online
"[... ist] ein anregendes Buch dabei herausgekommen, das einen Großteil seiner Originalität aus seiner aparten Ausgangsfrage bezieht: Warum [...] sind die Sitzordnungen in den Parlamenten der modernen Demokratien so unterschiedlich?" [vollständiger Beitrag]
 


 

 

Autor


 
Philip Manow ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Konstanz.
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