„The winner takes it all“: Wirtschaftssoziologische Ansätze zur Erklärung von Erfolg

Tagung der Sektion Wirtschaftssoziologie der Deutschen Gesellschaft
für Soziologie | 11. und 12. Dezember 2013, München

 

Warum sind einige Akteure erfolgreich und andere nicht? Wie hängen Erfolg und Leistung zusammen? Wie entstehen extreme Erfolgsungleichheiten? Die Wirtschaftssoziologie hat sich bislang nur wenig mit Konzentrationsprozessen von Erfolg beschäftigt. Dies ist überraschend, neigen doch viele Märkte zur Monopolbildung und damit zur Erfolgskonzentration. Zudem stellt die wachsende Ungleichheit von Einkommen und Vermögen ein wesentliches Merkmal gegenwärtiger Marktökonomien dar, wobei steigende Ungleichheiten gerade in entwickelten Staaten auf Konzentrationsprozesse im oberen 1-Prozent-Perzentil der Vermögensverteilung zurückzuführen sind.
 
Zugleich ist auf vielen Kulturgütermärkten und flexiblen Arbeitsmärkten zu beobachten, wie sich Nachfrage auf wenige Stars konzentriert, während die breite Masse der Anbieter erfolglos bleibt. So betragen die Gagen der erfolgreichsten Filmschauspieler, Autoren, Musiker oder Architekten ein Vielfaches des durchschnittlichen Einkommens ihrer Konkurrenten. Gleichzeitig hat die Mehrheit der Teilnehmer solcher „Superstarmärkte“ mit prekären Karrierebedingungen zu kämpfen.
 
Für die ökonomische Standardtheorie stellt die Erklärung des Zustandekommens solcher Verteilungen eine Herausforderung dar, da unter perfekten Marktbedingungen keine konzentrierten Erfolgsverteilungen zu erwarten wären. Gleichzeitig stammen die meisten Ansätze zur Erklärung konzentrierten Erfolgs bislang aus den Wirtschaftswissenschaften – soziologische Ansätze sind dagegen selten.
 
Diese Tagung soll dazu beitragen, das Thema einer wirtschaftssoziologischen Diskussion zu eröffnen. Erbeten werden theoretische, methodische oder empirische Vortragsvorschläge. Mögliche Themen können sein:
  • Ursachen von Erfolg und Erfolgskonzentrationen
  • Mechanismen der Entstehung und Verstärkung von Ungleichheit
  • Messkonzepte von Erfolg, Status und Reputation
  • Bestimmungsgründe legitimen oder illegitimen Erfolgs
  • Kulturelle oder soziale Unterschiede in der Bewertung von Erfolgsdifferenzen
  • Diffusion und Konvergenz in Nachfrage und Konsum
  • Erfolgskaskaden, Pfadabhängigkeiten und Matthäus-Effekte
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Starphänomenen in verschiedenen Märkten
  • Regulierungsmöglichkeiten auf Anbieter- und Nachfrageseite
  • Konsequenzen von Marktveränderungen (z.B. Globalisierung) oder technischen Neuerungen (z.B. Internet) für Konzentrationsprozesse
Bitte senden Sie Vortragsvorschläge bis zum 1. Juli 2013 als einseitige Abstracts (~2.500 Zeichen) per E-Mail an beide Organisatoren. Eine Nachricht zur Vortragsauswahl erfolgt bis zum 15. Juli 2013. Bei Annahme erbeten wir die Abgabe eines vollständigen Artikels oder begleitender Vortragsfolien zum 1. Oktober 2013.

 


MPIfG: Konferenz "„The winner takes it all“: Wirtschaftssoziologische Ansätze zur Erklärung von Erfolg " | http://www.mpifg.de/projects/winner/index_de.asp [Zuletzt geändert 25.03.2014 18:00]