Wahlbeteiligung und Nichtwähler in Deutschland


 

 
In Deutschland verfestigt sich der Trend einer sinkenden Wahlbeteiligung, der seit drei Jahrzehnten anhält und alle Wahlarten erfasst hat. Bei Bundestagswahlen liegt die Wahlbeteiligung noch immer über der von Landtags-, Kommunal- und Europawahlen, aber auch hier lässt sich ein deutlicher Rückgang der Beteiligung erkennen. Bei keiner Bundestagswahl wuchs der Anteil der Nichtwähler stärker als bei der Bundestagswahl 2009 - und dies obwohl bereits bei der vorherigen Bundestagswahl zum ersten Mal seit 1949 weniger als 80 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Bei "Nebenwahlen" (Reif/Schmitt 1980) wählt inzwischen häufig nur noch jeder zweite. Überproportional stark ist die Beteiligung von Geringgebildeten und Einkommensschwachen zurückgegangen. Besonders groß fallen schichtbezogene Beteiligungsunterschiede bei den heute Jungen aus. Eine Mehrheit der Unter-30-Jährigen mit geringer formaler Bildung bleibt selbst bei Bundestagswahlen der Wahlurne fern.
 

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Armin Schäfer

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MPIfG: Projekt "Wahlbeteiligung und Nichtwähler in Deutschland" | http://www.mpifg.de/projects/demokratie/index_de.asp [Zuletzt geändert 25.03.2014 17:06]