Tobias ten Brink
Forschungsprojekte
Die chinesische Spielart des Kapitalismus in transnationaler Perspektive
Zu den Eigentümlichkeiten des chinesischen Kapitalismus gehören eine besondere Form des Wettbewerbs und der Unternehmensorganisation, eine spezifische Variante des fragmentierten Korporatismus in den Arbeitsbeziehungen, ein dynamischer Staatsdirigismus sowie eine strikte Regulierung der Finanz- und Geldbeziehungen. Hinzu tritt eine spezifische Form der Integration Chinas in weltwirtschaftliche und ostasiatische Beziehungen sowie in weitere transnationale Beziehungen mit Hongkong und Taiwan (China Circle), die zu einem fragilen Verhältnis zwischen festland- und überseechinesischem ökonomischem Engagement führen. Ziel des Forschungsprojekts ist es, das theoretische Instrumentarium der vergleichenden Kapitalismusforschung für ein Verständnis des chinesischen Systems nutzbar zu machen. Dazu werden relevante empirische Erkenntnisse der traditionellen Chinaforschung über die Besonderheiten der chinesischen Gesellschaft in den Kontext aktueller kapitalismustheoretischer Konzeptionen gestellt. Mit dieser Vorgehensweise soll China als marktliberaler Staatskapitalismus charakterisiert werden, der mit Merkmalen eines Netzwerkkapitalismus verknüpft ist. Eine über den engen Raum des Nationalen hinausweisende Analyseperspektive soll dazu dienen, den komplexen Prozess der chinesischen Entwicklung in seinen inner-, inter- und transnationalen Dimensionen zu erschließen. Projektdauer am MPIfG: Oktober 2009 bis Juni 2012.