Dr. Jürgen Feick


 

Forschungsprojekte


 

Socio-Economic Review


Managing Editor
Siehe SER Internetseite

 

Der Einfluss moderner Informations- und Kommunikationstechniken auf Regierbarkeit und Regierungsfähigkeit


Moderne Informations- und Kommunikationstechniken sind Handlungsressourcen. Institutionell-organisatorisch erlauben sie Vernetzungen und Koordinationsleistungen, die räumlich und systemisch entgrenzende Wirkung entfalten können. Sie steigern so die funktionale Komplexität und Interdependenz moderner Gesellschaften. Entgrenzungspotenzial bedeutet dabei aber nicht generalisierte Offenheit oder allseitig offene Netze. Vielmehr führen Entgrenzungen zu neuen Grenzziehungen. Institutionell-regulativ ergeben sich aus den neuen Handlungsoptionen und den territorialen wie systemischen Entgrenzungen Konsequenzen für die Gestaltung von Regeln und deren Geltung und Durchsetzung. In dem Projekt wird untersucht, ob bzw. wie die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechniken in unterschiedlichen Bereichen die Steuerbarkeit von Akteurshandeln einerseits und die Regierungsfähigkeit von Regelungsinstanzen andererseits verändert. Werden neue, als regelungsbedürftig wahrgenommene Politikfelder erzeugt oder bestehende in einer Weise beeinflusst, dass sich Regelungsbedingungen und Regelungschancen für das politische System verändern und gerät letzteres selbst unter Veränderungsdruck? Politische Steuerung oder Regieren wird hier als kollektiv verbindlicher Regelungsversuch verstanden, der über Regierungen und Verwaltungen im engeren Sinne hinausweist und außerstaatliche Regelungskonfigurationen einschließt.
- Aktuelle Publikation:
Jürgen Feick and Raymund Werle (2010) Regulation of Cyberspace. In: Richard Baldwin, Martin Cave and Martin Lodge (eds) The Oxford Handbook of Regulation, Oxford, Oxford University Press

Demokratische Partizipation im Zeitalter des Internets (2007)
 

Interessenartikulation und Interesseneinfluss bei der Reform der europäischen Arzneimittelregulierung 2001-2004


1995 wurden zwei neue Zulassungsverfahren für Arzneimittel auf europäischer Ebene mit der Maßgabe eingeführt, die Erfahrungen 2001 zu evaluieren und bis 2003 Korrekturen am Gesetzeswerk vorzunehmen. Das Projekt analysiert die Reform des Regelwerks als politischen Prozess der Interessenartikulation und Interessen-durchsetzung im europäischen Mehrebenensystem. Untersucht wird, wie sich die verschiedenen Akteure bei der Durchsetzung ihrer Interessen bzw. Reformvorstellungen verhalten und welche Wirkung dies auf das Politikergebnis hat. Zugleich geht es darum, den mit der Reform einhergehenden institutionellen Wandel unter dem Blickwinkel der Europäischen Integration einzuordnen. Auf der politisch-institutionellen Seite stehen als Akteure die EU-Kommission, der Ministerrat, der Ausschuss der Ständigen Vertreter (COREPER) sowie das Europäische Parlament im Vordergrund, bei den Interessengruppen die europäischen Verbände der Arzneimittel-industrie und des Verbraucherschutzes sowie Experten- und Patientengruppen. Die Forschungen werden sich so weit wie möglich auf primäre Quellen stützen. Experteninterviews mit direkt und indirekt beteiligten Akteuren werden deshalb eine besonders wichtige Rolle spielen.
A great leap ahead or an incremental step? The 2001-2004 Review of European pharmaceuticals authorization and regulatory Europeanization (2005)
 

Nationale und europäische Arzneimittelregulierung


Arzneimittel als Produkte sowie deren Entwicklung, Produktion und Verteilung unterliegen traditionell nationaler Regulierung. Zugleich sollen Arzneimittel durch möglichst ungehinderte, internationale Vermarktung den Herstellern die z.T. hohen Entwicklungskosten wieder einbringen. Die EU-Kommission bemüht sich seit langem um die Harmonisierung nationaler Regelungen, die Institutionalisierung supranationaler Verfahren bzw. die gegenseitige Anerkennung nationaler Inspektionen und Evaluationen. Letzteres soll über den europäischen Rahmen hinaus durch internationale Standardisierungen erleichtert werden. Während innerhalb der EU mit der Errichtung der Europäischen Arzneimittelbehörde eine weitgehende Vereinheitlichung bei der Arzneimittelzulassung und -überwachung erreicht werden konnte, stehen die nationalen Regelungen der Preisbildung, Verteilung und Finanzierung nach wie vor unverbunden nebeneinander. Im Projekt sollen zunächst Entwicklung und Stand der Arzneimittelregulierung in Frankreich, Großbritannien und Deutschland verglichen und Europäisierungs- wie Internationalisierungsprozesse rekonstruiert werden. Interdependenzen zwischen nationalen und internationalen Systemen und die eine Vereinheitlichung fördernden oder hindernden Faktoren sind zu evaluieren. Schließlich geht es um die Analyse der regulativen Beziehungen zwischen den parallel existierenden nationalen und europäischen Systemen, der jeweiligen Funktionsfähigkeit im Regelungsgeflecht sowie der Auswirkungen für die Entwicklung eines einheitlichen europäischen Pharma-Marktes.
- Marketing authorization for pharmaceuticals in the European Union (2007)
- Learning and interest accommodation in policy and institutional change: EC risk regulation in the pharmaceuticals sector (2005)
- Regulatory Europeanization, National Autonomy and Regulatory Effectiveness: Marketing Authorization for Pharmaceuticals (2002)

 


Dr. Jürgen Feick - Forschungsprojekte | http://www.mpifg.de/people/jf/projects_de.asp [Zuletzt geändert am 28.02.2008]