Prof. Dr. Guido Möllering


 

Forschungsprojekte


 

Marktkonstitution und Collective Institutional Entrepreneurship


Das Projekt untersucht die derzeitigen Konstitutionsprozesse von neuen Märkten für Halbleiterproduktionstechnologien und Solarenergietechnologien. In beiden Fällen sehen sich die Akteure unkalkulierbaren Investitionsentscheidungen gegenüber, weil sie sich an vielversprechenden, aber noch unbekannten Märkten beteiligen wollen. Die empirischen Ergebnisse machen deutlich, dass Märkte entstehen können, wenn die Unsicherheit hinreichend reduziert wird. In den untersuchten Märkten bedeutet Marktkonstitution nicht nur die Entwicklung von Produkten, sondern auch von sozialen Arrangements auf der Akteurs-, Netzwerk- und Institutionsebene. Die qualitativen Forschungen zeigen verschiedene Anstrengungen der Marktakteure, soziale Netzwerke mit dem Ziel zu organisieren, nicht nur den Inhalt (Produkte), sondern auch die Regeln (Institutionen) des Markttausches zu gestalten. Dieses "Collective Institutional Entrepreneurship" zeigt sich in verschiedenen organisationalen Formen. Konsortien und Verbände zum Beispiel sind eher groß und offen, wenn die allgemeine Legitimität einer bestimmten Marktkonfiguration erlangt werden soll, und sie sind eher klein und geschlossen, wenn es darum geht, Wettbewerbspositionen innerhalb einer solchen Konfiguration zu etablieren. Das Projekt zeigt, dass in den analysierten Fällen Märkte weder natürlich emergieren, noch in heroischen Akten von einzelnen Unternehmern erschaffen werden. Sie sind weitgehend das Ergebnis dauerhafter kollektiver Bemühungen, die Unsicherheit auf ein Maß zu reduzieren, das einen dynamischen, aber zugleich nachhaltigen Wettbewerb ermöglicht. Projektdauer: April 2005 bis Dezember 2010.

 

Path-Creating Networks: Innovating Next Generation Lithography in Germany and the U.S.


Die Halbleiterindustrie steht vor der Herausforderung, die physikalisch-ökonomischen Grenzen gegenwärtiger Produktionssysteme und die Pfadabhängigkeiten etablierter Technologien zu überwinden, indem neue technologische Pfade geschaffen werden. Dies kann nur durch kollektive und kooperative Anstrengungen verschiedenster Akteure geschehen, die zugleich in einem Wettbewerb auf Märkten und zwischen Regionen stehen. In diesem von der Volkswagen-Stiftung geförderten Projekt an der FU Berlin (Prod. Sydow) und TU Berlin (Prof. Windeler) werden mögliche Pfade, zentrale Akteure, bereits bestehende Konstellationen und geeignete Forschungsmethoden in diesem Feld identifiziert und analysiert.
Laufzeit inkl. Vorstudie: 08/2003 bis 09/2010. GM wiss. Mitarbeiter bis 03/2005
Working Paper
 

Untersuchungen zur Typologie sozialer Kompetenzentwicklungsnetzwerke


Auftraggeber: BMBF. Laufzeit 11/2001 bis 12/2002.
Vgl. Sydow, J./Duschek, S./Möllering, G./Rometsch, M. (2003): Kompetenzentwicklung in Netzwerken: Eine typologische Studie. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.

 

Vertrauen als wirtschaftlicher Koordinationsmechanismus


Vertrauen betrifft das grundlegende Problem der Bildung positiver Erwartungen trotz der Ungewissheit und Verwundbarkeit von Akteuren in ihren Interaktionen mit anderen Akteuren. In der Wirtschaftssoziologie ist Vertrauen ein zentrales Konzept, dessen Bedeutung schon von den Klassikern des Fachs erkannt wurde. Erst in jüngerer Zeit wird die Bedeutung von Vertrauen für wirtschaftliche Beziehungen aber in seinen vielfältigen Facetten erforscht. Die Projekte des MPIfG, die sich mit Vertrauen befassen, zielen auf die Erforschung der Grundlagen dieses Koordinationsmechanismus. Die interdisziplinäre Herangehensweise integriert Einzelergebnisse der Vertrauensforschung, schafft einen allgemeinen Bezugsrahmen und wirft zugleich neue Forschungsfragen auf. Diese Theoriearbeit ist mit empirischen Projekten am Institut verknüpft, in denen zum Beispiel in Ländern wie China, den Philippinen, der Türkei und der Ukraine mangelndes institutionenbasiertes Vertrauen und dessen Kompensation durch persönliche Netzwerke und aktiven Vertrauensaufbau untersucht werden. Der in diesen Projekten verfolgte Ansatz vermeidet konsequent, Vertrauen auf ein Kalkül zu reduzieren. Stattdessen wird Vertrauen aus pragmatistischer und konstitutionstheoretischer Perspektive untersucht.

 


Prof. Dr. Guido Möllering - Forschungsprojekte | http://www.mpifg.de/people/gm/projects_de.asp [Zuletzt geändert am 05.02.2008]