Direktoren am MPIfG
Jens Beckert
Wolfgang Streeck
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am MPIfG
Kontaktdaten, Vita, ausgewählte Publikationen, persönliche Homepages und mehr
|
Gebäude des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung (MPIfG) in der Kölner Südstadt. Am 23. November 1984 wurde das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung durch Beschluss des Senats der Max-Planck-Gesellschaft gegründet. Im Januar 1985 nahm es seine wissenschaftliche Arbeit am Kölner Standort auf. Mit seinen insgesamt 31 Stellen für wissenschaftliche Beschäftigte sowie 25 Doktoranden- und Postdoktorandenstellen gehört das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung zu den größten sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituten in Deutschland. Von der Max-Planck-Gesellschaft erhält es eine jährliche Finanzierung von 4,1 Millionen Euro. Das MPIfG wird von zwei Direktoren, Prof. Dr. Jens Beckert und Prof. Dr. Wolfgang Streeck, geleitet.
Direktoren und Emeriti des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung: Prof. Dr. Jens Beckert, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Streeck, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Renate Mayntz, Prof. Dr. Dr. h.c. Fritz W. Scharpf (v.l.)
Zu Beginn des wissenschaftlichen Kolloquiums "Sozialwissenschaften zwischen Professionalisierung und Engagement" am Vormittag des 4. Dezember präsentierte die Historikerin Ariane Leendertz, Ludwig-Maximilians-Universität München, die Ergebnisse ihrer Studie
"Die pragmatische Wende: Die Max-Planck-Gesellschaft und die Sozialwissenschaften 1975–1985"
(Vandenhoeck/Ruprecht 2010).
Den Beitrag von Ariane Leendertz kommentierten der damalige Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Reimar Lüst (li.), und Franz-Xaver Kaufmann, bis 1997 Professor für Sozialpolitik und Soziologie an der Universität Bielefeld. Beitrag und Kommentare werden im Januar 2010 als MPIfG Working Paper erscheinen.
Der langjährige Vorsitzende des Fachbeirats des MPIfG, Peter A. Hall, Krupp Foundation Professor of European Studies an der Harvard University, nahm den Ausbruch der Finanzkrise zum Anlass einer Betrachtung des Wandels der deutschen und der amerikanischen Politischen Ökonomien seit den Siebzigerjahren. Speziell fragte er nach den politischen Ursachen des – wie er es nannte –
"eklektischen Neoliberalismus", der in beiden Ländern zu einer weitreichenden Deregulierung der Wirtschaft führte und der für den Kollaps der Finanzsysteme mitverantwortlich war. Die politischen Wurzeln dieses Neoliberalismus machte Peter Hall in Veränderungen der Parteiensysteme aus: Die Klassen-Konfliktlinie sei seit nunmehr 25 Jahren nicht mehr für die Wahlentscheidung der Wählerinnen und Wähler entscheidend. Wäre es bei der traditionellen Dominanz dieser Konfliktlinie geblieben, so Hall, dann wäre eine Wirtschafts- und Sozialpolitik, die die Einkommensungleichheit unweigerlich steigert, von den Wählerinnen und Wählern nicht über einen längeren Zeitraum toleriert worden.
Der Verein der Freunde und Ehemaligen des MPIfG hatte den Institutstag, den er gemeinsam mit dem MPIfG trägt, mit seiner Mitgliederversammlung am Vorabend der Feierlichkeiten eingeleitet. Im Anschluss an das wissenschaftliche Kolloquium verlieh Uwe Schimank, Professor an der Universität Bremen und Vorsitzender des Vereins, den Zeitschriftenpreis 2009 an Ulrich Dolata für den Aufsatz "Technologische Innovationen und sektoraler Wandel: Eingriffstiefe, Adaptionsfähigkeit, Transformationsmuster. Ein analytischer Ansatz", erschienen in der Zeitschrift für Soziologie 37(1), 2008. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert und wird vom Verein der Freunde und Ehemaligen des MPIfG für den besten Artikel einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters des MPIfG in einer begutachteten Fachzeitschrift vergeben.
Rund 180 Gäste begrüßte der geschäftsführende Direktor Jens Beckert zur Festveranstaltung am Nachmittag des 4. Dezember 2009 im Kölner Wallraf-Richartz-Museum. Das MPIfG sei in Deutschland und auch international weithin sichtbar: "Die Direktoren des Instituts und die Mitarbeiter haben die Soziologie und Politikwissenschaft in Deutschland und international in herausragender Weise geprägt. 'Die Kölner' - das ist heute ein Markenzeichen in den Sozialwissenschaften." Köln bezeichnete Beckert als "hervorragenden Wissenschaftsstandort" und "liebenswerten Ort" für Mitarbeiter wie Gäste. Er danke den anwesenden Vertretern von Stadt, Land und Bund für die vielfältige Unterstützung in den vergangenen Jahrzehnten.
Festredner und Teilnehmer der Podiumsdiskussion.
Von links: Univ.-Prof. Dr. Thomas Krieg, Oberbürgermeister Jürgen Roters, Prof. Dr. Fritz W. Scharpf, Prof. Dr. Jens Beckert, Prof. Dr. Christine Musselin, Staatsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Prof. Dr. Renate Mayntz, Prof. Dr. Peter Gruss, Staatssekretär Thomas Rachel MdB, Prof. Dr. Wolfgang Streeck.
Die Podiumsdiskussion "Die Regulierung der Gesellschaft: Politik versus Märkte?" mit Renate Mayntz, Fritz W. Scharpf, Wolfgang Streeck und Jens Beckert widmete sich der Entwicklung des Forschungsprogramms seit 1984, dem aktuellen Forschungsschwerpunkt des Instituts und dem Verhältnis der Sozialwissenschaften zur politischen Praxis. Sie ist als
Podcast auf der Website des MPIfG nachzuhören.
Impression der Festveranstaltung am 4. Dezember 2009.
Das Saxophonquartett FORSETI gestaltete die musikalische Umrahmung.
Beim Empfang des Oberbürgermeisters Jürgen Roters im Kölner Rathaus am Abend des 4. Dezember trugen sich die Direktoren und Emeriti des MPIfG in das Buch der Stadt Köln ein.
Von links: Prof. Dr. Fritz W. Scharpf, Prof. Dr. Wolfgang Streeck, Prof. Dr. Jens Beckert, Prof. Dr. Renate Mayntz, Jürgen Roters, Prof. Dr. Peter Gruss.
Impression vom Empfang des Oberbürgermeisters Jürgen Roters im Kölner Rathaus am Abend des 4. Dezember.
Ariane Leendertz zeichnet in
"Die pragmatische Wende: Die Max-Planck-Gesellschaft und die Sozialwissenschaften 1975–1985"
die Diskussionen und Entscheidungen nach, die zur Schließung des "Starnberger Instituts" (des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschftlich-technischen Welt) in den 1980er-Jahren sowie zur Kölner Neugründung führten. Die Debatten innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft stellt sie in den breiteren Kontext des gesellschaftlich-politischen Klimas sowie der Entwicklungen in Sozialwissenschaften und Soziologie der 1970er- und frühen 1980er-Jahre.