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 Verein der Freunde und Ehemaligen des MPIfG

 

 

(Ver-)Bindungen schaffen


Silvia Oster
 

 
Seit der erfolgreichen Teilnahme am Wettbewerb Forscher-Alumni-Strategien 2014 vor drei Jahren etabliert das MPIfG seinen Verein der Freunde und Ehemaligen als Plattform für die Alumni-Arbeit. Zusammen bauen Institut und Vereinsvorstand professionelle Strukturen auf und sorgen dafür, dass die Kontakte der Alumni untereinander und mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Institut intensiver werden. Viele der Alumni schätzen die neuen Möglichkeiten, auch über ihre Zeit am MPIfG hinaus mit dem Institut verbunden zu bleiben.
 

 
Das MPIfG hat das Ende eines Aufenthalts am Institut schon immer als Beginn einer langjährigen Beziehung mit seinen Ehemaligen angesehen und nicht als endgültigen Abschied. Bereichern die MPIfG-Alumni die Forschung doch durch ihre konstruktiven Beträge und fördern den Wissenstransfer – womit diejenigen Alumni, die sich an das MPIfG-Netzwerk binden, zugleich zu wichtigen Multiplikatoren werden. Steigern sie doch einerseits die nationale und internationale Reputation des Instituts und tragen damit dazu bei, dass es sich im In- und Ausland als attraktive Bildungs- und Forschungsinstitution präsentieren kann. "Dennoch wollten wir unsere bisherigen Anstrengungen überdenken und neu ausrichten", begründet Ursula Trappe, Forschungskoordinatorin am MPIfG und Alumni-Beauftragte, die Teilnahme am Wettbewerb Forscher-Alumni-Strategien 2014 der Alexander von Humboldt-Stiftung.
 
Mit den erworbenen Fördergeldern in Höhe von 30.000 Euro hatte sich das Institut 2015 zwei Ziele gesetzt: Erstens haben die Verantwortlichen vermehrt nach Chancen gesucht, internationale, ehemalige Gäste sowie Absolventinnen und Absolventen unabhängig von ihrem jetzigen Forschungsstandort mit dem Institut zu vernetzen. Zweitens möchte auch das MPIfG von dem Wissens und den Erfahrungen seiner Alumni profitieren. Insbesondere um Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler am Institut sowie junge Alumni in ihren Karriereüberlegungen zu unterstützen und sie gleichzeitig dazu zu motivieren, sich später selbst zu engagieren.
 

 

Alumni-Empfänge und Diskussionsveranstaltungen als Foren für Austausch, Wiedersehen und Kennenlernen


 
Das MPIfG veranstaltete bereits zwei Empfänge für seine Alumni anlässlich der Konferenzen der Society for the Advancement of Socio-Economics (SASE) 2017 in Lyon und 2016 in Berkeley. Die geladenen Gäste empfanden dies als einen Gewinn, da sie in entspannter Atmosphäre die Gelegenheit zum Austausch, Wiedersehen und Kennenlernen hatten. Beide Empfänge fanden auf Einladung des Instituts gemeinsam mit dem Verein der Freunde und Ehemaligen statt und brachten jeweils rund fünfzig ehemalige und derzeitige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des MPIfG zusammen. Es sei es ein gelungener Anlass, meinten die ehemaligen Wissenschaftler und Gäste, renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler abseits des Konferenzbetriebs zu treffen und somit Zeit für ein intensiveres Gespräch zu haben.
 

« Die Alumni-Empfänge sind ein guter Anlass, renommierte Wissenschaftler abseits des Konferenzbetriebs zu treffen und intensivere Gespräche zu führen. »


 
Das gemeinsame Engagement des MPIfG und dem Verein der Freunde und Ehemaligen ist wichtig, da die Alumni auch nach dem Aufenthalt am MPIfG einen starken Wunsch nach weiteren Austauschmöglichkeiten haben. Jens Beckert, Direktor am MPIfG, und Werner Eichhorst, Vorsitzender des Vereins, sehen die Alumni-Empfänge als einen wichtigen Baustein, um ein Netzwerk von Forschern und Praktikern aufzubauen und den Diskurs über die am Institut erforschten Fragen lebendig zu halten – eben auch über einen Aufenthalt am Institut hinaus.
 
Einen weiteren wichtigen Baustein hierfür bildet die neu konzipierte Reihe Wissenschaft trifft Praxis. Die Pilotveranstaltung "Die Europäische Union im Krisenmodus" rückte eine der Kernfragen der derzeitigen MPIfG-Forschung ins Zentrum der Diskussion. Praktiker und Forscher aus dem Kreis der Freunde und Ehemaligen loteten im September 2016 Fragen rund um die Europäische Union im achten Jahr nach der Eurokrise aus: Was bedeutet die transnationale Öffnung der Sozialsysteme der Mitgliedstaaten hinsichtlich der Debatte über die innereuropäische Arbeitsmigration? Warum ist es in der Migrationskrise nicht gelungen, eine gemeinsame Haltung zu finden? Wächst die Skepsis gegenüber der EU weiter? Ist der Krisenmodus der neue Normalzustand? Alle Beteiligten lobten im Nachgang die offene Diskussion dieser komplexen und facettenreichen Themen und ihrer theoretischen wie praktischen Implikationen.
 

 

Wünsche und Erwartungen der Alumni erfüllen


 
Die Idee zu diesen beiden Veranstaltungen entstand aus einer Befragung der Alumni des MPIfG im Jahr 2015 zu Wünschen und Erwartungen an ihren Verein, denen das MPIfG nachkommen will. Die Auswertung der Umfrage ergab, dass sich die MPIfG-Alumni insbesondere persönliche Treffen wünschen, ihnen der Austausch mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs ein Anliegen ist und sie als Informationskanal den Newsletter Gesellschaftsforschung besonders zu schätzen wissen.
 

 


 
Zehn Jahre International Max Planck Research School on the Social and Political Constitution of the Economy (IMPRS-SPCE)
 

Im Jahr ihres zehnjährigen Bestehens blickt auch die junge International Max Planck Research School on the Social and Political Constitution of the Economy (IMPRS-SPCE) auf eine beachtliche Zahl an erfolgreichen Alumni, deren Verbindungen zum Institut und zu seiner Doktorandenschule die Verantwortlichen halten und vertiefen wollen. Die Konferenz anlässlich des zehnjährigen Jubiläums führte im Sommer 2017 daher viele der ehemalige Doktorandinnen und Doktoranden zurück an das Institut. Die Präsentationen ihrer derzeitigen Forschungsprojekte zeigten vielfältige Anknüpfungsmöglichkeiten an die Forschung des MPIfG auf, gaben Raum für angeregte Diskussionen und förderte die Vernetzung zwischen ehemaligen und aktuellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Rund achtzig Prozent der Ehemaligen der Doktorandenschule verfolgen weiterhin eine wissenschaftliche Laufbahn, einige sind bereits Lehrstuhlinhaber.
 

 


 

 
Quelle
Silvia Oster: (Ver-)Bindungen schaffen. In: MPIfG Jahrbuch 2017-2018. Köln: Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung 2017, 101-104.

 
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