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 Forschungsprojekte am MPIfG

Architektur der Hoffnung: Bürgerschaft, Konsum und die Infrastrukturen sozialer Mobilität in Brasiliens öffentlicher Wohnungspolitik

Moisés Kopper


 
In Brasiliens auf sozialen Aufstieg und öffentliche Politik ausgerichteter post-neoliberaler Regierung sind Infrastrukturen eine Symbiose aus experimentellen Regierungsformen, politischem Handeln und Konsumpraktiken. Dieses Projekt erforscht anhand der Nachwirkungen von Brasiliens größtem sozialen Wohnungsbauprogramm "Minha Casa, Minha Vida" (Mein Haus, mein Leben) die Entstehung und Überarbeitung von Lebensentwürfen durch materiale Formen. Methodisch stützt es sich auf einen multiskalaren und Mixed-Methods-Ansatz, und dokumentiert vergleichend die Begegnungen mit einkommensschwachen Bewohnern der informellen stadtnahen Siedlungen von Porto Alegre und São Paulo während ihrer Übersiedlung in Wohngebiete der Mittelschicht. Es leistet einen Beitrag zur Untersuchung des Schnittpunkts zwischen neuen Formen der Bürgerschaft und der Entwicklung von Märkten für Niedrigeinkommen. Dabei dokumentiert es die Vergänglichkeit der Hoffnung, die durch entstehende, kurzlebige Infrastrukturen ausgelöst wird, die Architektur der Beteiligung, wenn Menschen an kontroverser Politikgestaltung mitwirken, sowie die Materialitäten des Konsums, die sich aus derlei öffentlich-privaten Maßnahmen entwickeln. In der Erforschung sozialer Mobilität betrachtet das Projekt die langfristigen Auswirkungen öffentlicher Politik auf die Suche der Menschen nach einem guten Leben und problematisiert die Rolle von Imagination, Ambition und Sehnsucht. Das Projekt wird durch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung gefördert. Projektdauer: November 2017 bis Oktober 2018.
 

 
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