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 Forschungsprojekte am MPIfG

Die globale Finanzkrise und die Reform der Finanzmarktregulierung

Renate Mayntz


 
Die Finanzkrise von 2008 lenkte die Aufmerksamkeit auf Fragen der Operationsweise und der Regulierung des globalisierten Finanzsystems. Ein 2009 gebildetes Netzwerk von Sozialwissenschaftlern aus sechs verschiedenen Ländern untersuchte den von der Finanzkrise angestoßenen institutionellen Wandel der Finanzmarktregulierung auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Die Ergebnisse wurden 2012 publiziert, noch ehe der Reformprozess zu einem vorläufigen Abschluss gekommen war. Das deshalb weiter aktuelle Thema wurde auf einem internationalen Workshop erneut aufgegriffen; im Mittelpunkt stand jetzt das Zusammenspiel der Akteure im politischen Mehrebenensystem bei der Reform der Finanzmarktregulierung. Die Ende 2014 auf einem Autorenworkshop diskutierten Ergebnisse wurden 2015 publiziert. Die Entstehung der Finanzkrise und die auf sie reagierenden Reformbemühungen werfen eine Reihe theoretischer Fragen auf, die im Anschluss an die empirische Analyse des Reformprozesses aufgegriffen werden. Zunächst konzentriert sich das Interesse auf das Entstehen der Finanzkrise; sie lässt sich als Ergebnis eines Prozesses erklären, in dem verschiedene Faktoren und Teilprozesse wirksam werden. Der hierbei benutzte politikwissenschaftliche Ansatz des "process tracing" greift auf unterschiedliche sozialwissenschaftliche Theorien zurück, die es zu identifizieren und gegebenenfalls zu integrieren gilt. Die politischen Reaktionen auf die Krise werfen Fragen auf, die aus der Perspektive von politischer Ökonomie zu behandeln sind, wobei das Verhältnis von Markt und Staat im Mittelpunkt steht.
 
Mayntz, Renate (ed.), 2012: Crisis and Control: Institutional Change in Financial Market Regulation. Frankfurt a.M.: Campus.
 
Mayntz, Renate (ed.), 2015: Negotiated Reform: The Multilevel Governance of Financial Regulation. Frankfurt a.M.: Campus.
 
Mayntz, Renate, 2016: Process Tracing, Abstraction, and Varieties of Cognitive Interest. In: New Political Economy 21(5), 484-488.
 
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