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 Forschungsprojekte am MPIfG

Die Entstehung der Lebenswissenschaften in Deutschland und Großbritannien, 1750 bis 1914

Jacob Habinek


 
Welche sozialen, kulturellen und politischen Faktoren liegen der Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse zugrunde? Das Projekt untersucht diese Frage anhand der divergierenden Entwicklungspfade der neu entstandenen Lebenswissenschaften im Deutschland und Großbritannien des 19. Jahrhunderts. In dessen Verlauf wurde die Erforschung von Lebewesen in Deutschland zu einer ausschließlich universitären Disziplin, während sie sich in Großbritannien als breit gestreutes und unbeschränkt zugängliches intellektuelles Forschungsfeld fortentwickelte. Das Projekt untersucht die Herausbildung wissenschaftlicher Disziplinen als einen gleichermaßen intellektuellen und politischen Prozess und führt dabei wirtschafts- und wissenssoziologische Ansätze zusammen. Wissenschaftliche Disziplinen, so die Auffassung des Projekts, entstehen durch dynamische und veränderliche Zusammenschlüsse von Forschern, die verschiedene Zielgruppen (Förderer, Anhänger, andere Akteure) für ihre Auffassung von wissenschaftlicher Erkenntnis zu gewinnen versuchen. Anhand von Datenmaterial aus sozialen Netzwerken über die beruflichen Werdegänge von Wissenschaftlern wird gezeigt, dass sich neue Disziplinen der Lebenswissenschaften dann etablieren konnten, wenn sie Allianzen mit bereits bestehenden Fachgebieten eingingen. Jedoch unterschieden sich die Strukturen dieser Allianzen in Deutschland und Großbritannien erheblich voneinander. Ziel des Projekts ist die Veröffentlichung einer Monografie über die Entstehung der Lebenswissenschaften in beiden Ländern. Projektdauer: Oktober 2016 bis August 2018.
 

 
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