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 Forschungsprojekte am MPIfG

Eine grüne Zukunft für Plastik? Die Entstehung des Marktes für Biokunststoffe aus wirtschaftssoziologischer Perspektive

Alexandra Hees


 
Das politisch vorangetriebene Zukunftsszenario der "Bioökonomie" verspricht, ökonomisches Wachstum und Umweltschutz miteinander vereinbaren zu können. Biotechnologische Innovationen und eine Neuausrichtung der Wirtschaft auf nachwachsende Rohstoffe und effiziente Stoffkreisläufe sind Elemente des angestrebten Transformationsprozesses. Biokunststoffe - also Kunststoffe, die biologisch abbaubar sind und/oder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden - sollen dazu beitragen, Ressourcen zu schonen, CO2-Emissionen zu senken und Plastikmüll zu reduzieren. Während die Zukunftsaussichten erneuerbarer Rohstoffquellen und biologisch abbaubarer Kunststoffe bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren diskutiert wurden, entwickeln sich seit den 1990er-Jahren Marktstrukturen für Biokunststoffe. Gleichwohl sind Biokunststoffe, trotz ihrer ökologischen Versprechen, auch heute immer noch Nischenprodukte. Das Projekt beleuchtet dieses Spannungsverhältnis von technologischen Zukunftsvorstellungen und Marktentstehungsprozessen. Die Untersuchung soll erhellen, wie technologische Visionen entstehen und diskursiv konstruiert werden, welche sozialen Mechanismen zu ihrer Überzeugungskraft beitragen und welche Konflikte und materiellen Widerstände ihre Übersetzung in Marktstrukturen erschweren. Konzeptionell trägt das Projekt damit zur Erforschung der Bedeutung von Zukunftsvorstellungen für das soziologische Verständnis von Marktentstehungsprozessen bei. Die Einzelfallstudie bedient sich einer inhalts- und diskursanalytischen Untersuchung von Dokumenten und leitfadengestützten Interviews. Projektdauer: Oktober 2015 bis März 2019.
 

 
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