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 Forschungsprojekte am MPIfG

Ende einer gemeinsamen Zukunft: Brexit und die Bedeutung von divergierenden Zukunftsvorstellungen in Krisenzeiten

Lisa Suckert


 
Die Verwunderung nach dem Referendum war groß: Warum votierten so viele Briten für eine Zukunft, die massive Unsicherheiten birgt und zudem von führenden Wissenschaftlern, Ökonomen, Politikern und Intellektuellen als desaströs gebrandmarkt wurde? Das wirtschaftssoziologische Forschungsprojekt erweitert bisherige Erklärungsversuche, indem es die Brexit-Entscheidung vor dem Hintergrund divergierender Zukunftsvorstellungen betrachtet. Wirtschaftskrisen verursachen nicht nur greifbare ökonomische Dysfunktionen, sondern sie beeinträchtigen auch die Vorstellungskraft der Akteure. Die Zukunft erscheint weniger fassbar, konsensfähige Zukunftsvorstellungen werden brüchig. Der Brexit, als politischer Kampf um die "bessere Zukunft" Großbritanniens, wird erst vor diesen veränderten gedanklichen Rahmenbedingungen verständlich. Das Projekt kartiert Zukunftsvorstellungen verschiedener britischer Gesellschaftsgruppen und zeigt auf, in welcher Weise sich diese unter dem Einfluss der Wirtschaftskrise auseinanderbewegt haben. Dabei werden sowohl individuelle, d.h. die eigene Lebenswelt betreffende, als auch kollektive, d.h. die nationale bzw. europäische Wirtschaft betreffende, Zukunftsvorstellungen betrachtet. Diese Erkenntnisse werden mit im politischen Diskurs öffentlich debattierten Zukunftsnarrativen kontrastiert. Das Projekt stützt sich auf die multivariate Analyse statistischer Daten sowie ergänzend auf quantitative und qualitative Werkzeuge der Diskursanalyse. Projektlaufzeit: Februar 2016 bis Februar 2020.
 

 
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