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 Forschungsprojekte am MPIfG

Die Politische Ökonomie der europäischen Kreditverbriefungsregulierung im Kontext der europäischen Wachstums- und Eurokrise

Marina Hübner (Dissertation)


 
Die Vermarktlichung vormals bankbasierter Finanzsysteme gilt als ein zentraler Aspekt von Finanzialisierung. Unter Vermarktlichung lässt sich die wachsende Bedeutung von Märkten, Marktmechanismen und damit einhergehend ein aktiver Handel von Risiken in der Kreditintermediation verstehen. Die Kreditverbriefung, eine Finanzinnovation, über die nicht handelbare Kredite in handelbare Wertpapiere umgewandelt werden, ist ein zentrales Element in einem System marktbasierter Kreditintermediation. Obgleich die Kreditverbriefung als ein unmittelbarer Auslöser der globalen Finanzkrise gilt, ist sie zu einem wichtigen Pfeiler aktueller europäischer Pläne zur Überwindung wirtschaftlicher Stagnation sowie währungspolitischer Instabilität geworden. Die Revitalisierung des europäischen Verbriefungsmarktes bildet eine zentrale Säule der Europäischen Kapitalmarktunion sowie der Europäischen Investitionsoffensive (Juncker-Plan). Ziel des Projektes ist es, mittels eines prozessanalytischen Vorgehens zu erklären, wie die Kreditverbriefung zu einem politischen Hebel zur Lösung aktueller Herausforderungen wurde, welche die EU und die Währungsunion im Kern betreffen. Experteninterviews sowie einer systematischen Auswertung der Positionspapiere relevanter Stakeholder und zahlreicher Sekundärquellen dienen hierbei als vorrangiges Datenmaterial. Theoretisch trägt das Projekt zu einem besseren Verständnis der Rolle von Kreditverbriefungen in der Finanzialisierung der EU bei. Projektdauer: Oktober 2014 bis März 2018.
 
Hübner, Marina. 2016. Securitization to the Rescue! The European Capital Markets Union Project, the Euro Crisis and the ECB as "Macroeconomic Stabilizer of Last Resort." Foundation for European Progressive Studies: FEPS Studies, September 2016. [PDF]
 
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