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 Forschungsprojekte am MPIfG

Das Tavistock Institute of Human Relations und der Wandel der Arbeitswelt, 1940-1980

Daniel Monninger (Dissertation)


 
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vollzog sich ein Paradigmenwechsel in der Organisation von und der Menschenführung in Unternehmen. Dabei verschränkten sich drei Veränderungsprozesse: Neben einer Verschiebung in der Konzeption arbeitender Subjekte sowie einem Wandel von hierarchischen zu dynamischen und selbstorganisierten Steuerungsformen veränderte sich außerdem die Bedeutung von "change" in Organisationen vom Mittel zum Selbstzweck und zum herzustellenden Ziel. Eine wichtige Rolle in diesem Prozess spielte das 1947 gegründete Londoner Tavistock Institute of Human Relations (TIHR). Das Dissertationsprojekt untersucht anhand der Geschichte des TIHR die Formatierung des arbeitenden Subjekts und Konzeptionen des Organisationsmanagements, um so zu einer näheren Bestimmung der "Ökonomisierung des Sozialen" zu gelangen. Es fragt nach Anwendungsformen ursprünglich psychoanalytischen und psychotherapeutischen Wissens im Zugriff auf Arbeit und Unternehmensorganisation, wie es im Rahmen von Gruppenexperimenten während des Zweiten Weltkriegs erarbeitet wurde. Ferner untersucht es die Bedeutung dieser Wissensbestände für neue Praktiken des (Selbst-)Managements und der Unternehmensorganisation. Die Studie ist in drei historiografischen Zusammenhängen verortet: der Geschichte der angewandten Humanwissenschaften, der Geschichte von Subjektivierungs- und Selbstverhältnissen und der Erforschung des "Formwandels der Arbeit". Projektdauer: Oktober 2014 bis Juli 2018.
 

 
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