Fenster schließen
 Forschungsprojekte am MPIfG

Einführung zu "Ökonomisierung des Sozialen und gesellschaftliche Komplexität"

Ariane Leendertz


 
Die Forschungsgruppe untersucht die Zusammenhänge zwischen dem politischen und wissenschaftlichen Umgang mit gesellschaftlicher "Komplexität" und der "Ökonomisierung des Sozialen" seit den 1970er-Jahren. Auf das seinerzeit konstatierte politische Problem vermeintlich zunehmender gesellschaftlicher "Komplexität" gab es unterschiedliche Antworten. Eine davon lautete, als zu "komplex" erscheinende Zusammenhänge aus dem Aufgabenbereich des Staates herauszudefinieren und gesellschaftliche Steuerung anderen Kräften, wie dem Markt, zu überlassen. Mit diesem Argument wurden, ausstrahlend von den USA und Großbritannien, Deregulierung und wirtschaftliche Liberalisierung vorangetrieben. Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der Forschungsgruppe, mit der "Ökonomisierung des Sozialen" einen Analyserahmen zu entwickeln, der wirtschafts- und sozialgeschichtliche sowie ideen- und kulturgeschichtliche Perspektiven integriert. Zugleich soll das Konzept diachron offen sein, um die Einbettung der Zeit nach den 1970er-Jahren in die Geschichte des langen 20. Jahrhunderts zu ermöglichen. Untersucht werden Subjektivierungsprozesse im Sinne einer "Ökonomiserung des Selbst", der Einfluss von Unternehmensberatungen in der Politik, die Entstehung eines Marktes für populäre Gegenwartsdiagnosen sowie der Wandel von Staatlichkeit und Konzeptionen des Regierens.
 

 
Fenster schließen