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 Forschungsprojekte am MPIfG

Brüder und Schwestern regulieren: Umweltprogramme in katholischen Ordensgemeinschaften

Jiska Gojowczyk


 
Menschen wenden vielfältige Kriterien an, um Handlungen zu bewerten, z.B.: Ist die Handlung gerecht? Ist sie zielführend? Ist sie gewinnbringend? Diese Bewertungen haben eine große Bedeutung für die Gestaltung und Koordination sozialen Zusammenlebens. Religiöse Gemeinschaften messen Wert hauptsächlich auf der Grundlage ihrer religiösen Lehre, aber auch basierend auf anderen Werteordnungen und Rechtfertigungen bei. Weltweit beginnen sie, ökologische Verpflichtungen als Teil ihrer religiösen Traditionen wahrzunehmen. So werden in den Gemeinschaften zunehmend Umweltprogramme formuliert und auf lokaler Ebene eingeführt. Mit dem Charakter von internen Audits, von Best-Practice-Datenbanken oder losen Leitfäden können sie als interne Versuche grenzüberschreitender, weicher Regulierung betrachtet werden. Dieses Projekt untersucht, wie Mitglieder katholischer Orden auf der Grundlage von solchen Programmen ihr alltägliches Tun evaluieren. Wie werden Kategorien, Rechtfertigungen und Beziehungen zwischen unterschiedlichen sozialen Handlungen und Gruppen gebildet und ausgehandelt? In ethnographischen Studien wird der Frage über den Zeitraum von 2000 bis 2014 nachgegangen. Grundlage für ein tiefes Verständnis bilden Dokumentenanalyse, Interviews, teilnehmende Beobachtung und Gesprächsrunden in Fokusgruppen. Projektdauer: Oktober 2012 bis September 2017.
 

 
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