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 Forschungsprojekte am MPIfG

Mikrofinanz und Finanzialisierung: Narrative, Gouvernementalität, Akkumulation

Philip Mader


 
Die Finanzialisierung des Kapitalismus ist eine transnationale soziale Tatsache, die sich in Gesellschaften über den Globus verteilt bemerkbar macht. Den subtileren Prozessen dieses Phänomens, wie der Verbreitung der Mikrofinanzierung, wurde jedoch bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Durch die Mikrofinanzierung haben sich die Finanzmärkte bis in die Slums und Dörfer des "globalen Südens" ausgeweitet und diese in transnationale Kapitalkreisläufe integriert. Das System der Mikrofinanzierung versteht soziale Probleme als Probleme der Finanz, während das Versprechen einer stärkeren Selbstbestimmung ("empowerment") nur durch Schulden dieser Ausweitung der Finanzmärkte eine moralische Dringlichkeit verleiht. Dies wiederum belegt die Bedeutung mobilisierender Narrative in der Finanzialisierung. Die in Finanzmarktverhältnissen produzierte Gouvernementalität wird mithilfe der durch die Kreditbeziehungen entstehenden Disziplinierung und Mehrwertakkumulation sichtbar. Ziel des Projekts ist, die sozialwissenschaftliche Analyse von Geld, Kredit und Schulden durch eine Untersuchung der Funktionsweise von Finanzmärkten im modernen Kapitalismus unter Einbeziehung der Logik und Techniken der Mikrofinanzierung zu ergänzen. Die Studie wendet Theorien aus der politischen Ökonomie und der Wirtschaftssoziologie auf Fallstudien im Rahmen der Ausweitung und Grenzen der Mikrofinanzierung an. Projektdauer: Juni 2012 bis September 2013.
 

 
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