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 Forschungsprojekte am MPIfG

Die Entdeckung gesellschaftlicher "Komplexität" in den 1970er Jahren

Ariane Leendertz


 
Das Konzept sozialer "Komplexität" wurde in den 1970er-Jahren zeitgleich sowohl in der Policy-Forschung und im Kontext innenpolitischer Debatten als auch in Theorien der internationalen Beziehungen und der Außenpolitik diskutiert. Die Kategorie der Komplexität verbreitete sich rasch. Die Diskussionen erreichten um Mitte des Jahrzehnts ihren Höhepunkt, verloren dann aber bereits zum Ende der 1970er-Jahre wieder an Intensität. In historischer Perspektive vermag dieser kurze Boom des Konzepts Licht auf Diskontinuitäten und Besonderheiten der 1970er-Jahre zu werfen. Ziel des Projekts ist es zu erklären, warum das Konzept sozialer Komplexität sich gerade in diesem Zeitraum und in diesen beiden Bereichen ausbreitete und wie diese Bereiche zusammenhingen. Die Entdeckung gesellschaftlicher Komplexität in den 1970er-Jahren, so die Hypothese, ist als Teil eines besonderen Moments zu betrachten, in dem sich die Realität in den Augen zeitgenössischer Beobachter den bislang verfügbaren Theorien und Kategorien und damit nicht nur dem intellektuellen Zugriff, sondern auch politischer Kontrolle zu entziehen schien. Genau hier liegt ein wesentlicher Unterschied zu Überzeugungen und Gewissheiten der 1950er und 1960er-Jahre. Neue Grundannahmen und neue politische Ansätze waren notwendig, um mit einer Welt Schritt halten zu können, die sich tiefgreifend verändert hatte. Projektdauer: Juni 2012 bis September 2014.
 

 
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