Fenster schließen
 Forschungsprojekte am MPIfG

Koordination und Konkurrenz: Die Solarindustrie und die Neuordnung der Energieversorgung in Deutschland

Timur Ergen


 
Energiemärkte befinden sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Die Ölkrisen der 1970er-Jahre, die kerntechnischen Katastrophen seit 1979, die Ernüchterung um die Kernfusion und die Einsicht in die klimaschädliche Wirkung fossiler Brennstoffverbrennung haben soziotechnische, politische und ökonomische Leerstellen hinterlassen. Allerdings existieren weder technische Patentlösungen, von denen man mit Sicherheit weiß, dass sie moderne Energiebedarfe in Zukunft decken können, noch ist unumstritten, wie denn eine "sichere", "tragfähige" und "nachhaltige" Energieversorgung von morgen aussehen soll. Die Neuordnung der Energieversorgungssysteme moderner Gesellschaften findet, so der Ausgangspunkt des Dissertationsprojekts, zu weiten Teilen nicht in Entwicklungslabors oder Behördenstuben statt, sondern in konfliktträchtigen Koordinationsprozessen zwischen Industrieakteuren, Politik, Wissenschaft und betroffenen gesellschaftlichen Gruppen. In einer vertiefenden Sektorstudie der deutschen Solarindustrie wird empirisch nachgezeichnet, wie sich Marktakteure in diesen Koordinationsprozessen verhalten. Konzeptuell trägt es zu einer Soziologie der Konkurrenz bei. Verteilungskonflikte in Märkten lassen sich nicht erschöpfend als Versuche von Konkurrenten verstehen, ihre Position in vorgegebenen Marktordnungen zu optimieren. Ein gewichtiger Anteil von Verteilungskonflikten in Märkten besteht in konkurrierenden Einflussversuchen auf institutionelle, soziotechnische und kulturelle Marktstrukturen. Wie lassen sich diese Einflussversuche theoretisch fassen und wie fügen sie sich in eine Soziologie der Märkte? Projektdauer: Oktober 2010 bis April 2014.
 

 
Fenster schließen