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 Forschungsprojekte am MPIfG

Freiheit von Schulden - Freiheit zum Gestalten? Zur politischen Ökonomie von Haushaltsüberschüssen

Lukas Haffert


 
Angesichts der Schuldenprobleme der USA und vieler Länder der Eurozone werden die öffentliche wie die wissenschaftliche Debatte um den Zustand der Staatsfinanzen seit vielen Jahren von den Themen Defizit und Verschuldung dominiert. Das Dissertationsprojekt nimmt eine andere Perspektive ein. Es untersucht die Fiskalpolitik von Staaten mit mehrjährigen Haushaltsüberschüssen. Selbst ohne Sonderfälle wie Norwegen und Luxemburg sind dies in der OECD seit 1980 achtzehn Fälle. Der wohl prominenteste Fall ist der US-amerikanische Überschuss in der Präsidentschaft Bill Clintons, aber andere Fälle sind noch deutlich beeindruckender: Länder wie Kanada, Dänemark oder Neuseeland erwirtschafteten mehr als zehn Jahre in Folge Haushaltsüberschüsse. Der wissenschaftlichen Debatte dienen diese Überschussländer vor allem als Vorbild, von dem man bei der Sanierung der Staatsfinanzen lernen kann. Dieses Projekt geht von einer anderen Frage aus: Wie verwenden Staaten ihre Überschüsse? Diese können gespart, für Steuersenkungen eingesetzt oder zur Erhöhung der Staatsausgaben genutzt werden. Die Verwendung wird in einem quantitativen Vergleich aller achtzehn Fälle und vertiefenden Einzelfallstudien untersucht. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob Überschüsse Ausdruck wachsender Gestaltungsfreiheit oder schrumpfender Ambitionen des Staates sind. Projektdauer: Oktober 2010 bis März 2014.
 
Haffert, Lukas/Philip Mehrtens, 2013: From Austerity to Expansion? Consolidation, Budget Surpluses, and the Decline of Fiscal Capacity. MPIfG Discussion Paper 13/16. Cologne: Max Planck Institute for the Study of Socities, 32 p.
 
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