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 Forschungsprojekte am MPIfG

Viele Kinder, keine Arbeit: Lebenswelten großer Familien im Hartz-IV-Bezug

Sara Weckemann


 
Kinderreiche Familien leben überdurchschnittlich oft in prekären Verhältnissen. Sie sind vergleichsweise häufig von Einkommensarmut und sozialstaatlicher Abhängigkeit betroffen. Niedrige Bildungsabschlüsse, Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung gelten als ursächliche Faktoren. Der Zusammenhang zwischen Deprivation und Kinderzahl zeigt sich bereits bei Familien mit drei Kindern - ab dem vierten Kind verschärft sich die Lage dramatisch. Ziel der Dissertation ist es, die Lebenswelten und Denkweisen von kinderreichen Familien in sozialstaatlicher Abhängigkeit zu beleuchten und zu verstehen. Die untersuchten Familien haben mindestens drei Kinder und erhalten Leistungen nach dem SGB II. In qualitativen Tiefeninterviews wird der Frage nachgegangen, wie Familiengründungsprozesse und Verläufe von Erwerbslosigkeit einander beeinflussen. Ebenfalls wird erhoben, welche Gründe die Betroffenen für ihre sozialstaatliche Abhängigkeit - und die anderer in ähnlichen Verhältnissen - angeben, wie sie ihre Lebensumstände rechtfertigen, mit welchen Formen der Stigmatisierung die Familien konfrontiert sind und wie sie diesen begegnen. Projektdauer: Oktober 2010 bis März 2014.
 

 
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