Die politische Regulierung preisrelevanter Qualitätsmarker im Weinmarkt
Jens Beckert
Als Teil einer größeren Studie zur Wertfindung im Weinmarkt befasst sich diese empirische Untersuchung mit den politischen Prozessen der Auseinandersetzung um die Regulierung von Qualitätsmarkern und ihre Verwendung. Die Klassifikation einer Region, die Kriterien für die Möglichkeit der Vermarktung eines Weines als Qualitätswein und die Vergabe von Weinmedaillen sind politisch-rechtlich regulierte Qualitätsmarker, die die Verteilung von Marktchancen wesentlich mitbestimmen. Die Ordnung des Weinmarktes beruht auf der kommunikativen Konstruktion von Qualitätsmarkern und deren Zuschreibung zu bestimmten Weinen. Die unterschiedlichen Interessen von Produzenten, Verbänden und staatlichen Regulierungsinstanzen machen die Ordnung des Weinmarktes zugleich zu einem politisch umkämpften Feld. Betrachtet wird die politische Regulierung des Weinmarktes seit der Gründung der Bundesrepublik, um so institutionelle Veränderungen auch im Zusammenspiel mit soziokulturellen Wandlungsprozessen erklären zu können. Methodisch basiert das Projekt auf einer Kombination qualitativer Interviews mit relevanten Akteuren auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene sowie der Auswertung verschiedener Quellen- und Archivmaterialien. Die Analyse wird am Beispiel der Regionen Rheingau und Rheinhessen durchgeführt. Projektdauer: Oktober 2007 bis Juli 2013.