"Winner-take-all"-Märkte in der Kultur- und Kreativwirtschaft
Mark Lutter
Auf "Winner-take-all"-Märkten bestehen zwischen Anbietern nur sehr geringe Leistungsunterschiede, aber extreme Unterschiede im Erfolg. Den wenigen "Gewinnern" steht eine breite Masse von "Nichtgewinnern" gegenüber. Leistung, Qualität oder Talent übersetzt sich auf diesen Märkten nicht proportional in Erfolg. Ein Künstler, der über das Hundertfache des Durchschnittseinkommens verfügt, besitzt nicht zugleich ein hundertfach größeres Talent. Aufgrund der großen Erfolgskonzentration ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, ein überdurchschnittliches Einkommen zu erzielen oder überhaupt am Markt bestehen zu können. Wie ist die Motivation der Akteure zu erklären, sich in diese Märkte zu begeben? Von welchen Umständen hängt ihre Investitionsentscheidung ab? Wie entstehen Winner-take-all-Märkte? Das Forschungsprojekt will diese Fragen theoretisch wie empirisch beantworten. Im Vordergrund steht die Untersuchung der sozialen Triebkräfte, die die Entstehung dieser Märkte und ihre Erfolgsverteilungen erklären können. Die empirische Grundlage bilden Märkte in der Kultur- und Kreativwirtschaft, insbesondere Strukturdaten aus der Filmwirtschaft und Daten aus standardisierten Befragungen von Künstlern, Musikern, Schauspielern und sonstigen Kreativen. Projektdauer Mai 2010 bis April 2016.