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 Forschungsprojekte am MPIfG

"Winner-take-all"-Märkte in der Kultur- und Kreativwirtschaft

Mark Lutter


 
Auf "Winner-take-all"-Märkten bestehen zwischen Anbietern nur sehr geringe Leistungsunterschiede, aber extreme Unterschiede im Erfolg. Den wenigen "Gewinnern" steht eine breite Masse von "Nichtgewinnern" gegenüber. Leistung, Qualität oder Talent übersetzt sich auf diesen Märkten nicht proportional in Erfolg. Ein Künstler, der über das Hundertfache des Durchschnittseinkommens verfügt, besitzt nicht zugleich ein hundertfach größeres Talent. Aufgrund der großen Erfolgskonzentration ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, ein überdurchschnittliches Einkommen zu erzielen oder überhaupt am Markt bestehen zu können. Wie ist die Motivation der Akteure zu erklären, sich in diese Märkte zu begeben? Von welchen Umständen hängt ihre Investitionsentscheidung ab? Wie entstehen Winner-take-all-Märkte? Das Forschungsprojekt will diese Fragen theoretisch wie empirisch beantworten. Im Vordergrund steht die Untersuchung der sozialen Triebkräfte, die die Entstehung dieser Märkte und ihre Erfolgsverteilungen erklären können. Die empirische Grundlage bilden Märkte in der Kultur- und Kreativwirtschaft, insbesondere Strukturdaten aus der Filmwirtschaft und Daten aus standardisierten Befragungen von Künstlern, Musikern, Schauspielern und sonstigen Kreativen. Projektdauer Mai 2010 bis April 2018.
 
Lutter, Mark, 2013: Strukturen ungleichen Erfolgs: Winner-take-all-Konzentrationen und ihre sozialen Entstehungskontexte auf flexiblen Arbeitsmärkten. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 65(4), 597-622.
 
Lutter, Mark, 2015: Do Women Suffer from Network Closure? The Moderating Effect of Social Capital on Gender Inequality in a Project-Based Labor Market, 1929 to 2010. In: American Sociological Review 80(2), 329-358.
 
Lutter, Mark and Martin Schröder. 2016. Who Becomes a Tenured Professor, and Why? Panel Data Evidence from German Sociology, 1980-2013. Research Policy 45(5):999-1013.
 
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