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 Forschungsprojekte am MPIfG

Demokratie im Zeitalter der Liberalisierung

Armin Schäfer


 
In vielen OECD-Staaten sind die Bürger mit der Funktionsweise der Demokratie unzufrieden. Trotz der ungebrochen hohen Zustimmung zum Prinzip der Demokratie sinkt die Wahlbeteiligung und das Vertrauen in Parteien, Parlamente und Politiker nimmt ab. Für sich genommen sind die Veränderungen nicht in allen Ländern spektakulär. Aber der übereinstimmende länderübergreifende Trend wirft die Frage nach den Ursachen auf. Die wirtschaftshistorische und politökonomische Literatur hat das Ende des "Goldenen Zeitalters" des Nachkriegskapitalismus als Epochenwende beschrieben. Spätestens seit den 1980er-Jahren befinden sich die OECD-Länder in einer wirtschaftlichen Liberalisierungsphase. Doch in der empirischen und theoretischen Literatur zur Demokratie wird selten der Zusammenhang zwischen dem Ende der Prosperitätsphase und einem Wandel der Demokratie thematisiert. Vor diesem Hintergrund geht das Forschungsprojekt der Frage nach, wie sich demokratische Teilhabe im Zeitalter der Liberalisierung verändert. Durch die Analyse von Individual- und Aggregatdaten sowie die Kombination von Querschnitts- und Längsschnittanalyse wird untersucht, ob sich wachsende soziale Ungleichheit in ungleiche Teilhabe übersetzt und welche Folgen dies für das demokratische Ideal politischer Gleichheit hat. Projektdauer: September 2007 bis Februar 2013.
 
Schäfer, Armin, 2007: Die Reform des Sozialstaats und das deutsche Parteiensystem: Abschied von den Volksparteien? In: Zeitschrift für Parlamentsfragen 38(3), 646-664.
 
Schäfer, Armin, 2009: Krisentheorien der Demokratie: Unregierbarkeit, Spätkapitalismus und Postdemokratie. In: Der moderne Staat 2(1), 159-183.
 
Schäfer, Armin, 2010: Die Folgen sozialer Ungleichheit für die Demokratie in Westeuropa. In: Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft 4(1), 131-156.
 
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