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 Kunst und Kultur am MPIfG: Theater im Frühjahr 2009

 

_vater.mutter.hund/ (UA)

Über desorientierte Wissenschaftler, Familienbande(n) und aussterbende Bienenvölker
Neue Termine 2009: 18., 19., 25., 26., 27. September, Beginn jeweils 20 Uhr


     

Ein soziologisches Institut, drei Männer und eine große Frage: Stirbt die Familie aus? Was kommt danach? Dr. D. Schneider, Prof. J.-H. Munzigger und Hausmeister W. Sowitschek wühlen sich durch die Untiefen neurotischer Familien und die zahllosen Varianten der Kernfamilie. Sie lassen dabei Federn - machen aber schließlich einen wirklich radikal neuen Vorschlag!

Das Stück wurde im Herbst 2007 am MPIfG uraufgeführt. 2009 erhielt Futur3 dafür den den zweiten Platz des 12. Heidelberger Theaterpreises für die innovative Form, den originellen Umgang mit dem Thema und für die starke Leistung eines Kollektivs.

...eine dichte Inszenierung mit abwechslungsreichem Rhythmus, klarer Dramaturgie und viel Komik... (Hans- Christoph Zimmermann, Choices)

"Wir sind Beamte der Menschheit und müssen helfen zu verstehen", postuliert Professor Munzigger, Mitglied eines Forscherteams, das sein soziologisches Mikroskop auf Varianten der modernen Familie richtet. Während der Franzose das "Baukastensystem Brangelina" favorisiert, träumt sein deutscher Kollege von einem sich selbst hütenden Wesen ohne neurotischen Ballast, und der Hausmeister des Instituts, ein Hobby-Imker, beobachtet fasziniert das System Bienenstaat. Den drei Ensemblegründern und Darstellern André Erlen, Stefan H. Kraft und Klaus Maria Zehe gelingt es mit pointierten Dialogen, fabelhaftem Spiel und unter kreativer Einbeziehung des nicht-theatralen Ortes samt Publikum, hochaktuelle Fragen um Individuum und Gesellschaft in unterhaltsamer Weise aufs Tapet zu bringen. (Kölner Stadt-Anzeiger, 15.10.2007)

... In schönstem Soziologendeutsch schwadronieren Dr. Dominik Schneider und sein Kollege Professor Munzigger über "Entfamilierung - Gefahr oder Chance?" und die "ödipale Triade Vater, Mutter, Kind", sie erwägen "selbstkomponierte" Familienmodelle mit vielen bunten Adoptivkindern oder Reproduktionsmedizin als Ausweg aus dem scheinbaren Dilemma ... Artikel in der Kölnischen Rundschau vom 16.10.2007 [PDF]

Ein theatrales Forschungsprojekt von Futur3 und Freihandelszone – ensemblenetzwerk köln in Zusammenarbeit mit theaterimballsaal Bonn. Gefördert durch Kulturamt der Stadt Köln, Ministerpräsident von NRW, Fonds Darstellende Künste e.V., Kulturstiftung Matrong, RheinEnergie Stiftung Kultur. Künstlerische Leitung: André Erlen und Stefan H. Kraft. Spieler: André Erlen, Stefan H. Kraft, Klaus M. Zehe. Regie: Hiltrud Kissel. Ausstattung: Kane Kampmann. Dramaturgie: Klaus Fehling. Video: Ebba Jahn. Puppenbau: Uli Winters. Assistenz und Technik: Holger Giebel, Nina Speyer. Pressearbeit: Nina Speyer.

Termine: 18., 19., 25., 26., 27. September 2009; Beginn jeweils 20 Uhr; Ort: Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Paulstraße 3, 50676 Köln; Anreise.

Karten unter 0221 9854530 oder info@freihandelszone.org.

Information in English see below

Futur3 wurde im Herbst 2003 von André Erlen, Stefan H. Kraft und Klaus Maria Zehe als Plattform für ihre Theaterarbeit in Köln gegründet: "Spartenübergreifend im Ansatz, kollektiv in der Struktur, musikalisch im Ohr, drei Männer als Kern und Gäste dazu" - so beschrieb 2004 eine Kölner Journalistin die junge Formation. Die Musikerin Marjana Sadovska und der Autor und Dramaturg Klaus Fehling gehören mittlerweile ebenfalls zum harten Kern des Ensembles. Ein zentrales Prinzip von Futur 3 ist die Arbeit außerhalb der Theaterräume: Die Suche nach direktem, zeitgenössischem Theater hat dazu geführt, dass sich der "öffentliche" Raum immer wieder als der richtige Rahmen für die Arbeit des Ensembles erweist, weil sich die Einflüsse des Alltags hier stärker mit dem "Kunsterlebnis" Theater verbinden und das Erleben und die Sichtweise der Zuschauer erweitert. Ein weiteres wichtiges Prinzip ist die kollektive Arbeitsweise, in der alle Beteiligten direkt an der Erarbeitung der Aufführung beteiligt sind, für die Futur3 keine bestehende (Theater-)Literatur verwendet, es sei denn als Ausgangsmaterial für Collagen. Autoren werden durch die Vergabe von Schreibaufträgen in die Arbeit (und in das Ensemble) integriert. Außerdem fließen neben dokumentarischem Material auch aktuelle Forschungsergebnisse, autobiografisches Material des Ensembles, Lieder und Lyrik in die Improvisationen mit ein. Ziel dieser Versammlung unterschiedlichster Materialien, von Fakten und Poesie, von "Facts'n Fiction" ist es, das Theater näher an das Leben und die Zuschauer näher an das Theater zu bringen - durch eine Bühnenkunst, die bereit ist, sich der Komplexität heutiger Alltagserfahrungen in einer hochtechnisierten, hochinformierten und globalisierten Welt zu stellen. Konsequenterweise ist dadurch bei Futur 3 eine Theaterästhethik entstanden, die sich unverblümt eklektizistisch gibt: "Körpertheater" mit hoher Energie steht neben Ausflügen in boulevardeske Ausdrucksformen, aber da, wo es die Dramaturgie erfordert, wird durchaus auch die Sprache gepflegt. Und: Gesungen wird immer.

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Futur3 is an independent Cologne theater troupe. Having developed the script of their new play “Father Mother Dog” with researchers at the MPIfG, Futur3 will take a sociological and satirical look at the shrinking role of the family in Germany, the “Land of Ideas.” (The play will be in German.) For a description of the troupe and the production, please see the German information on the play.

Dates: September 18, 19, 25, 26, 27, 2009; Show time 8 p.m.; Max Planck Institute for the Study of Societies, Paulstr. 3, 50676 Cologne. Directions.

One of the more creatively staged pieces at this year’s Fringe, German group Futur3’s "_father.mother.dog/" was part-deadpan sociology lecture (it was held at a seminar room at the National Museum), part-creepy TV sci-fi episode. [...] A heavily-layered, cerebral production that at times made you wonder where it was all going, but which was engrossing and witty from start to finish. (www.channelnewsasia.com/Mayo Martin)

There was a delicious irony in its faux-academic set-up and the cringe-a-minute comedy was reminiscent of the mockumentary humour of the television series The Office. [...] The intellectual fervour and jargonladen language the researchers apply to the discussions about the family, the falling birth rate and people's fear of commitment were seriously funny. (The Straits Times Life!/Adeline Chia)

Tickets: 0221 9854530 or info@freihandelszone.org.

A production of Futur 3 with Freihandelszone – ensemblenetzwerk köln together with theaterimballsaal Bonn.

 

 

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