Vernetzte Systeme wie technische Infrastrukturen, soziale Gruppen,
Unternehmen, Institutionen oder Nationen sind typischerweise komplex. Lothar
Krempel vom MPIfG übersetzt deren Verflechtungen in einfach zu lesende
grafische Informationslandschaften.
Wachstum der Komponentenlieferungen im Weltautohandel
"Die Arbeit der Menschen wird im 21. Jahrhundert hauptsächlich in der Erzeugung
von Informationen durch Forschung und Wissenschaft, im Sammeln, Aufbewahren,
Auswerten, Verbreiten von Informationen und in der Organisierung des Wissens
bestehen." Ein großer Teil der Tätigkeiten, die der damalige Bundesaußenminister
Dietrich Genscher in seiner Eröffnungsrede auf dem 'Zukunftstag 91' als Aufgaben
für das 21. Jahrhundert beschrieb, sind bereits heute Arbeitswirklichkeit
geworden. Sie haben eine neue Dienstleistungsbranche und eine ganze Reihe neuer
Berufsbilder kreiert. Wir sind auf dem besten Wege, zu einer Gesellschaft von
'Wissensarbeitern' zu werden, deren Produktivität in der Hauptsache darin
besteht, Informationen intelligent zu sammeln, zu strukturieren, zu bewerten und
zu verteilen. Je stärker dieser Umschichtungsprozess voranschreitet, desto
wichtiger wird es, attraktive und leicht handhabbare Schnittstellen zu den
technischen Systemen zu schaffen. Bei der Entwicklung der nächsten Generation
von Informationssystemen wird diese Frage eine zentrale Rolle spielen.
Eine zunehmend wichtigere Funktion kommt dabei den grafischen
Visualisierungswerkzeugen zu, mit deren Hilfe sich komplexe Phänomene und
Beziehungen für Praktiker und Laien anschaulich und verständlich darstellen
lassen. Mit einer von
Lothar Krempel, Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für
Gesellschaftsforschung, entwickelten Netzwerkvisualisierungsmethode lassen sich
die Zusammenhänge in netzwerkartigen Beziehungsgeflechten instruktiv und
ästhetisch anspruchsvoll visualisieren. Wirtschaftliche oder soziale Beziehungen
werden damit genauso lesbar wie beispielsweise kartografische Darstellungen in
Atlanten. Die Methode kombiniert numerische Analyse-Tools mit grafischen
Visualisierungswerkzeugen.