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 SKRIPTURALE - Von der Hieroglyphe zum Internet

 
  
 

 

MPIfG Kunstausstellung 2010
SKRIPTURALE - Von der Hieroglyphe zum Internet
Ein Ausstellungsprojekt mit Werken von 17 Künstlerinnen


 

Vernissage am Donnerstag, 11. November | 19 Uhr


Begrüßung: Prof. Jens Beckert | Einführung: Dr. Clotilde Lafont-König, Vorsitzende der GEDOK Bonn Fachvortrag: Christine zu Mecklenburg, Kultur- und Kunstjournalistin

 

Besichtigung der Ausstellung ab Freitag, 12. November

Öffnungszeiten: Mo-Do 9-16, Fr 9-15 Uhr (Besichtigung außerhalb dieser Zeiten nach Absprache unter 0221 2767-0)

 

 

 
Das Ausstellungsprojekt umfasst Werke von 17 international tätigen Künstlerinnen, die das Thema Schrift mit Bezug zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft künstlerisch umgesetzt haben. Die Werke der zu verschiedenen Generationen gehörenden Künstlerinnen zeigen viele Facetten des Themas. Die gewählten Materialien und Herstellungsweisen sind dabei so unterschiedlich wie dessen Aspekte: Papier, Keramik, Tusche, Leinwand, Draht, Holz, Acryl, Seide, Baumwolle. Die beteiligten Künstlerinnen sind Birgitta Büssow, Ursula Bruder, Maria Dierker, Julitta Franke, Edle von Frantzius, Margrit Gloger, Barbara Hoock, Ute Krautkremer, Rose Kretzschmar, Milena Kunz-Bijno, Clotilde Lafont-König, Stefanie Lange, Gertraud Lindauer, Nicole Meyer-Habault, Christiane Rücker, Christiane Sturm, Elsbeth Tatarczyk-Welte. Die SKRIPTURALE ist ein Ausstellungsprojekt der Künstlerinnenvereinigung GEDOK Bonn e.V., das im Rahmen der Städtepartnerschaften von Bonn-Bad Godesberg mit Saint-Cloud, Frankreich, und Frascati, Italien, bereits an diesen drei Orten gezeigt wurde. Die Ausstellung am MPIfG läuft bis einschließlich 15. Dezember 2010.

 

Ursula Bruder

Bücher wecken Emotionen und begleiten unser Leben. Der Buchdruck ist eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit. Ursula Bruder fragt sich mit ihrer Papierarbeit, ob die CD das gedruckte Buch jemals komplett ersetzen wird?

 

 

Birgitta Büssow

Teelichter symbolisieren die 26 Buchstaben des Alphabets auf der linken Tafel, während die rechte Tafel die Namen von Autoren trägt, deren Schriften verbrannt wurden. Goldglanz und Schwärze fügen sich zu einem Tableau aus Vermutungen und Anspielungen zusammen.

 

Maria Dierker

Schriften sind Ausdruck von Kulturen und Völkern. Sie bilden die Basis für eine kulturübergreifende Kommunikation und sind Grundvoraussetzung für ein Miteinander. In ihrer Arbeit symbolisiert Maria Dierker diesen Prozess durch die skripturale Präsentation von Schriften der drei großen Kulturkreise – des westlichen Abendlandes, der arabischen Welt und der fernöstlichen Gesellschaften.

 

Julitta Franke


Julitta Franke bewundert die frühen Kulturen der Sumerer und Babylonier. Sind nicht Keilschrifttafeln aus Ton die ersten Bildträger gewesen? Die Farben der Tonarbeiten sind warm und das Material scheint weich zu sein, man möchte jeden Stein berühren und lesen können.

 

Edle von Frantzius


Sprichwörter aus verschiedenen Ländern finden sich auf den „Fünf Stecken“ (von denen es 12 weitere gibt, die hier nicht ausgestellt sind). Sie sind durch unterschiedliches Gedankengut geprägt und zum Allgemeingut geworden.

 

Margit Gloger


Sind Bücher bald Geschichte? Computer und Google haben sich durchgesetzt und Margit Gloger fragt „Was bleibt“? Können Ptah, Toth und Seschat die Künstler und Dichter noch beschützen, wenn die neuen Könige das Internet regieren? Wo werden „die Flügel, die die Welt mit Licht bedecken“ von Eluard bleiben? Und wer fasst die Lyrik von Aragon in Stein?

 

Barbara Hoock


Zwischen den Papierrollen taucht immer wieder in verschiedenen Sprachen und Schriften das Bibelzitat "Am Anfang war das Wort" auf. (Anmerkung: Dieses Bild steht für die Ausstellung nicht zur Verfügung, stattdessen wird am MPIfG die Plastik "Einst und jetzt", ohne Abbildung, gezeigt.)

 

Ute Krautkremer


Die Arbeiten von Ute Krautkremer nehmen ihren Ausgang bei der „écriture automatique“. Zeichenhafte Spuren lassen an erste Schreibversuche, Buchstaben oder Wörter denken. Mit Draht greift die Künstlerin Formen diese Spuren auf, ergänzt Linien, entwickelt sie weiter und gibt der Zeichnung Raum. Dadurch erweitert sich nicht nur das zeichnerische Spektrum, sondern auch das des Betrachters.

 

Rose Kretzschmar


Rose Kretzschmar beschäftigt sich mit dem Verblassen, Vergilben und Unsichtbarwerden von Schrift in alten Büchern.

 

 

Milena Kunz-Bijno


Die Keramiken "Du und Ich" und "Grimm" sind drei realistisch gestaltete Bücher aus Ton, die das Konzept des e-book scheinen verdrängen zu wollen. (Anmerkung: Diese Skulpturen stehen für die Ausstellung nicht zur Verfügung, stattdessen werden am MPIfG die Plastiken "Il tempo ritrovato", I-IV, ohne Abbildung, gezeigt.)

 

 

Clotilde Lafont-König


Wer will ein Gedicht von Victor Hugo am Bildschirm lesen? Clotilde Lafont-König fragt sich, ob das Papier-Bild in der Konstruktion des Imaginären seinen privilegierten Platz behalten wird .

 

Stefanie Lange


Freie Meinungsäußerung durch die Verbreitung von Texten ist eine wichtige Voraussetzung für die gesellschaftliche Entwicklung. Die Arbeiten von Stefanie Lange befassen sich mit der Bündelung, Zusammenfassung und Weitergabe von Geschriebenem. Auf den Plastiken finden sich Verse, Textfragmente, Silben, Buchstaben und Schriftzeichen, durch Auffaltung und Kompression nur zum Teil sichtbar. Tradition und Kultur beruhen auf der schriftlichen Weitergabe. Wichtig war dabei immer die Dauerhaftigkeit des Schriftgrundes. Stein- und Tonplatten erfüllten diesen Zweck von alters her in vielen Kulturen. Dies findet Ausdruck in den Arbeiten.

 

Gertraude Lindauer


Die gestickten Zeichen von Gertraude Lindauer sehen aus wie Buchstaben, sind aber keine. Sie lassen einen verborgenen Sinn ahnen...

 

Nicole Meyer-Habault


Das buchähnliche Bild „Verborgene Botschaften“ mit mysteriösen Schriftzeichen ist durch das Auf- und Abtragen von vielen Farbschichten (Ölpastell) entstanden.

 

 

Christiane Rücker


"Die Gedanken sind frei" ist eine Plastik aus handgeschöpftem Papier auf Schiefer.

 

Christiane Sturm


Die Bohrspuren eines Holzwurms wirken wie eine Schrift oder eine Zeichnung aus alter Zeit (Fotografie).

 

Elsbeth Tatarczyk-Welte


Eine Collage auf handgeschöpftem Papier zeigt die Entwicklung unserer Schrift „von der Hieroglyphe zum Internet“ und mit kräftigen Farben sowohl Angst als auch Zuversicht.

 
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