Fritz W. Scharpf fotografierte schon in seiner Jugend. Von seiner ersten
Kamera und eigenen Dunkelkammereinrichtung machte er semiprofessionellen
Gebrauch. Auch damals schon interessierte er sich für das Fotografieren
in der Natur. Die fotografische Karriere endete zunächst mit der
Aufnahme des Studiums, aber das Interesse an der Natur- und
Landschaftsfotografie blieb und vertiefte sich mit der Zeit.
Bei dem Besuch eines Sommerkurses mit dem Fotografen Ansel Adams im
Yosemite Nationalpark im Jahr 1965 steigerte die Auseinandersetzung
mit dem Gestaltungswillen und der Ausdrucksfähigkeit dieses Meisters
der „heroischen“ Landschaftsfotografie das technische und
ästhetische Anspruchsniveau Fritz W. Scharpfs an seine Bilder. Seine
Arbeiten der darauffolgenden Jahrzehnte standen deshalb auch ganz
unter dem Einfluss der amerikanischen Klassiker – Ansel Adams,
Edward und Brett Weston, Aaron Siskind, Wynn Bullock und Paul
Caponigro. Zunächst bediente er sich dabei einer
Schwarzweißfilmtechnik im Mittelformat (Rollei SL 66), nach Adams’
„Zone System“ belichtet und entwickelt und auf ein mittleres Format
vergrößert.
Die Wende begann vor wenigen Jahren mit den ersten experimentellen Versuchen mit
der neuen Digitaltechnik, die es ihm ermöglichte, die ästhetische Gestaltung der
Aufnahmen in kürzester Zeit am Computer zu beeinflussen. Es war die
Wiederentdeckung fast vergessener Gestaltungsmöglichkeiten.
Sein gegenwärtiges Interesse richtet sich immer mehr auf die formalen oder
abstrakten Qualitäten von gegenständlichen Motiven, wie z.B. Landschaften,
Felsen, Architekturdetails, Objets Trouvés oder Blüten.