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  MPIfG Vortragsreihe "Sozialtheorie"

 

 
28. Oktober 2010, Hans Joas
9. Dezember 2010, Uwe Schimank
16. Dezember 2010, Hartmut Rosa
13. Januar 2011, Axel Honneth
3. Februar 2011, Andreas Reckwitz

 
Die Sozialtheorie versucht, zentrale gesellschaftliche Entwicklungslinien begrifflich zu fassen. In der Vortragsreihe am MPIfG werden fünf Vertreter der Sozialtheorie bedeutende Fragestellungen der Gesellschaftsentwicklung erörtern: Wie lassen sich Modernisierungsprozesse im Hinblick auf Homogenität und Kontingenz gesellschaftlicher Entwicklung verstehen? Wie verändert sich das Gefüge gesellschaftlicher Ordnung angesichts von zu beobachtenden "Abnutzungserscheinungen" demokratischer Politik? Welche Rolle spielt der Wettbewerbsmechanismus für die Dynamik moderner kapitalistischer Gesellschaften? Wie verändern sich Konflikte um Anerkennung in der Gesellschaft heute? Welche Handlungs- und Persönlichkeitsformen dominieren in der heutigen Gesellschaft im Vergleich zur klassischen Moderne?
 
Die Vorträge finden in den Räumen des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung statt (Anreise) und beginnen jeweils um 17 Uhr s.t. (Ende 18:30).

 
 
 
Das Zeitalter der Kontingenz | Hans Joas

 
Joas unternimmt in seinem Vortrag den Versuch, die mythisierende Vereinheitlichung heterogener sozialer Prozesse und Phänomene zu einer "Moderne" und einem einheitlichen Begriff der Modernisierung mit eng gekoppelten Unterprozessen infrage zu stellen. Skizziert werden soll eine theoretische Alternative, für die der Begriff der Kontingenz zentral ist, und ihre Fruchtbarkeit zunächst auf dem Gebiet der Religionssoziologie.
 
Hans Joas ist Max-Weber-Professor an der Universität Erfurt und Leiter des Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien. Er ist außerdem Professor für Soziologie und Mitglied des Committee on Social Thought an der University of Chicago. Zu seinen wichtigsten Publikationen der letzten Jahre gehören die Bücher "Sozialtheorie" (Suhrkamp 2004, Cambridge University Press 2009) und "Kriegsverdrängung" (Suhrkamp 2008, Princeton University Press 2011) (beide mit Wolfgang Knoebl), und "Braucht der Mensch Religion?" (Herder 2004, Paradigm 2008).
 
Donnerstag, 28. Oktober 2010
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Wohlfahrtsgesellschaften als funktionaler Antagonismus von Kapitalismus und Demokratie - ein immer labilerer Mechanismus? | Uwe Schimank

 
Das für westliche Wohlfahrtsgesellschaften konstitutive produktive Gegeneinander von kapitalistischer Wirtschaftsdynamik auf der einen, die Belange der anderen Teilsysteme der funktional differenzierten Gesellschaft und der individuellen Gesellschaftsmitglieder auf der anderen Seite zur Geltung bringenden demokratischen Politik zeigt deutliche Abnutzungserscheinungen. Welche Ursachen und mögliche zuknüftige Folgen hat das?
 
Leseempfehlung: Uwe Schimank, 2009: "Vater Staat": ein vorhersehbares Comeback. Staatsverständnis und Staatstätigkeit in der Moderne. In: der moderne staat 2, 249-270.
 
Uwe Schimank ist Professor für Soziologische Theorie an der Universität Bremen. Seine Arbeitsgebiete sind Sozialtheorie, Theorien moderner Gesellschaft, Governance- und Organisationstheorien, Wissenschafts- und Hochschulforschung.
 
Donnerstag, 9. Dezember 2010
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Das Wettbewerbsprinzip als Dynamisierungsmotor: Eine beschleunigungstheoretische Zeitdiagnose | Hartmut Rosa

 
Ein zentrales Kennzeichen moderner Gesellschaften ist, dass sie sich nur dynamisch zu stabilisieren vermögen, d.h. dass sie strukturell auf Wachstum, Innovation und Beschleunigung angewiesen sind, um sich zu reproduzieren. Der Vortrag identifiziert das Allokations- und Interaktionsprinzip des Wettbewerbs als zentralen Motor dieser Dynamisierung und analysiert die sozialen und kulturellen Konsequenzen aus beschleunigungstheoretischer Sicht.
 
Leseempfehlung: Hartmut Rosa, 2006: Wettbewerb als Interaktionsmodus: Kulturelle und Sozialstrukturelle Konsequenzen der Konkurrenzgesellschaft. In: Leviathan, Zeitschrift für Sozialwissenschaft 34/2006, 82-104.
 
Hartmut Rosa ist Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie und Direktor des Forschungszentrums "Laboratorium Aufklärung" an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Davor lehrte er an der Universität Augsburg, an der Universität Duisburg-Essen und an der New School for Social Research in New York. Er promovierte 1997 an der Humboldt-Universität zu Berlin und habilitierte sich 2004 in Jena.
 
Donnerstag, 16. Dezember 2010
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Verwilderungen des sozialen Konflikts: Anerkennungskämpfe zu Beginn des 21. Jahrhunderts | Axel Honneth

 
In einigen seiner materialen Analysen hat Talcott Parsons, so als sei er ein soziologischer Nachfahre Hegels, die Etablierung moderner Gesellschaften als einen Prozess der Ausdifferenzierung von verschiedenen Sphären der wechselseitigen Anerkennung beschrieben. Die gesellschaftstheoretische Zentralstellung des Begriffs der Anerkennung soll dadurch erwiesen werden, dass er im Anschluss an Parsons für eine Analyse des gegenwärtigen Strukturwandels sozialer Konflikte fruchtbar gemacht wird.
 

 
Axel Honneth ist geschäftsführender Direktor des Instituts für Sozialforschung an der Johann Wolfgang Goethe Universität, Frankfurt/Main.
 
Donnerstag, 13. Januar 2011
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Die Universalisierung des Künstlerischen: Zur historischen Soziologie der Kreativität | Andreas Reckwitz

 
Handlungs- und Persönlichkeitsformen, die in der klassischen Moderne dem Künstler zugeschrieben wurden, haben sich in der Gegenwartsgesellschaft generalisiert. Mit Boltanski und Chiapello kann man von einer Integration der 'Künstlerkritik' in den 'Neuen Geist des Kapitalismus' sprechen. Im breiteren Kontext des historisch-soziologischen Problems, wie sich ein Handlungs- und Persönlichkeitsmodell, welches "Kreativität" prämiert, in unterschiedlichen sozialen Feldern durchsetzen konnte, verfolgt der Vortrag die Frage, inwiefern die Transformation der Praktiken und Subjektformen im Feld der Kunst selbst entscheidend zu diesem kulturellen Wandel beigetragen hat.
 
Andreas Reckwitz ist Professor für Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder seit 2010, zuvor von 2006- 2010 an der Universität Konstanz. Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren u.a. in Berkeley, London, Wien, Bielefeld und Heidelberg. Forschungsschwerpunkte: Kulturtheorie, Theorie der Moderne; Kultursoziologie des Subjekts und des Ästhetischen. Wichtigste Buchveröffentlichungen: Die Transformation der Kulturtheorien, 2000, Velbrück; Das hybride Subjekt, 2006, Velbrück; Unscharfe Grenzen. Perspektiven der Kultursoziologie, 2008,Transcript; Die Erfindung der Kreativität, 2011, Suhrkamp.
 
Donnerstag, 3. Februar 2011
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