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  MPIfG Scholar-in-Residence

 

MPIfG Scholar in Residence Lectures 2012



 
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Paradoxe Internationalisierungsmuster: Beflügelndes aus Luftfahrtindustrie und Verkehrsfliegerei

Arndt Sorge
 
Gerade in den für entwickelte Länder wichtigen Branchen der Realwirtschaft stimmen die Auswirkungen der Internationalisierung von Wirtschaft und Unternehmenstätigkeit selten mit den gängigen Konzepten von Internationalisierungstheorien und politischer Ökonomie überein. Der hohe Grad der Standardisierung von Leistungen und Produkten auf internationaler Ebene steht großen Unterschieden bei Regulierung und Ressourcen (Beziehungsgeflechte, Macht, Wissen, Finanzen) auf der lokalen Ebene gegenüber. Paradox ist, dass sich lokale Unterschiede und Internationalisierung gegenseitig bedingen oder sogar verstärken können, was anhand der Luftfahrtindustrie und Verkehrsfliegerei beispielhaft demonstriert werden kann.

 
Paradoxical patterns of internationalization: A theoretical upgrade from the perspective of aircraft manufacturing and civil aviation. The actual impact of economic and corporate internationalization on major vital sectors of the real economy in developed countries rarely corresponds with the concepts found in established theories of internationalization and in political economy. On the one hand, services and products are highly standardized on an international level; on the other, there are large discrepancies at the local level in terms of networking, power, knowledge and financial capacity. Paradoxically, these discrepancies and the internationalization can influence and even reinforce each other, as the cases of aircraft manufacturing and civil aviation aptly demonstrate.
 

 

 
Dienstag, 27. März 2012 | 17 Uhr (s.t.)

Internationalisierung, Spielarten des Kapitalismus und technische Innovation: Entwicklung, Herstellung und Instandhaltung von Strahltriebwerken weltweit und in Deutschland


Theorien über Spielarten des Kapitalismus (varieties of capitalism) haben ein gebrochenes Verhältnis zu technischer Innovation. Strahltriebwerke gehören zu den wichtigsten radikalen technischen Innovationen und sind von großer Bedeutung für den kommerziellen Luftverkehr. Entstanden Ende der 1930er Jahre in der „koordinierten Marktökonomie“ Deutschlands, kehrte diese Industrie nach über zehn Jahren erfolgreich in dieses Land zurück. Die Suche nach Ursachen führt zu staatlicher Politik – vor allem die der USA – sowie zu Institutionen der Berufsbildung und der betrieblichen Verwertung von Qualifikationen im Zusammenhang mit Unternehmensstrategien.

 

 

 
Dienstag, 3. April 2012 | 17 Uhr (s.t.)

Internationalisierung, Geschäftsmodelle und gesellschaftlicher Effekt: Die Deutsche Lufthansa im Vergleich


Die Internationalisierung und die paradoxe Deregulierung der Zivil­luftfahrt führten zu einer deutlichen Differenzierung von Geschäftsmodellen und zugeordneten Gesellschaften – zum Beispiel vernetzte Mobilitätsanbieter, Chartergesellschaften oder Billigfluggesellschaften. Die Deutsche Lufthansa ist der zurzeit weltweit größte und erfolgreichste vernetzte Mobilitätsanbieter. Grund dafür sind ein – trotz IATA-Kartell – besonders intensiver internationaler Wett­bewerb in der Entstehungsphase sowie eine in der Branche ungewöhnliche Unternehmenspolitik, unter anderem in Bezug auf ihre strikte Anlehnung an nationale Institutionen der Berufsbildung und der Organisation.

 

 

 
Dienstag, 10. April 2012 | 17 Uhr (s.t.)

Paradoxe Internationalisierung von Märkten, Strategien und Regulierung


Nimmt man die viel beschworene Nachhaltigkeit ernst, dann sind es ausgerechnet die Leitbranchen der Wirtschaft, an deren Produktionsweise viele Politikdiskurse und Theorien der Internationalisierung eher vorbei gegangen sind: Investitionsgüterindustrien, technisch hochwertige Dienstleistungen und Infrastrukturindustrien. Diese Wirtschaftszweige sind besonders ressourcenabhängig und infolgedessen institutionslastig, ihre Märkte nicht einfach gegeben oder verfestigt, sondern „flüchtig“. Bei der Internationalisierung von Klein- und Mittelunternehmen der Branche zeigt sich diese Ressourcenabhängigkeit in der Bedeutung kollektiver Güter oder relationaler Netze als Grundlage der Leistungserbringung. Darüber hinaus sind technisch hochwertige Dienstleistungen und Industrien eng mit staatlicher Politik verbunden. Nichts wäre als Beschreibung oder Leitbild für derartige Märkte ungeeigneter als die Vorstellung vom „ebenen Spielfeld“.

 

 

 

 
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